fertiggestrickt: le cardigan

Die Baby-Strickjacke „le cardigan place de l’etoile„, die ich als Kit in unserem Osterurlaub in Strasbourg gekauft hatte (siehe Blogbeitrag dazu), habe ich mittlerweile gestrickt.

Die Anleitung war auf französisch und ich musste mich erstmal durchkämpfen, um sie zu verstehen. Französische oder zumindest diese Anleitung von „la drougerie“ sind  nicht so ausführlich, wie ich das von englisch-sprachigen Anleitungen gewöhnt bin. Außerdem war ich unsicher, ob eine Baby-Strickjacke tatsächlich in Teilen gestrickt und dann zusammengenäht sinnvoll ist. Ich war kurz davor die Anleitung nur als Anregung zu nehmen und eine nahtfreie Version zu stricken, war dann aber zu faul die Berechnungen dazu zu machen.

Letztlich ist es eine hübsche Jacke geworden und ich bin zufrieden. Gestrickt ist das Jäckchen in der Größe für 3 Monate alte Babys mit 4mm Nadeln aus fleur de coton, einem Garn aus 100% Baumwolle. Dementsprechend ist das Jäckchen nicht sehr kuschelig, sondern eher fest. Da aber eh noch ein Body darunter getragen wird, finde ich das nicht dramatisch.

Wie schlau es war, mich an die Farbkombi aus der Anleitung – weiß als Hauptfarbe – zu halten, wird sich zeigen. Wenn unsere Kleine auch nur ein bisschen nach mir kommt, wird nach dem ersten Tragen wahrscheinlich überlegt, ob man das Jäckchen überfärben kann…

Fertiggestrickt: Houlland Hap

Ich bewundere immer wieder delikat gestrickte Lace-Shawls. Of bestehen sie aus mehr Löchern als Faden, und genau das macht die Besonderheit dieser Tücher aus. Lace ist aber nicht gerade anfängertauglich – man muss sich schon ein bisschen konzentrieren. Und während ich bei stranded colour work mein Gestricktes „lesen“ kann und in der nächsten Reihe weiß, wohin welche Farbe gehört, so finde ich Lace unübersichtlicher. Lace-Stricken ist für mich persönlich schwieriger als mit mehreren Farben stricken.

Als Kate Davies „Book of Haps“ herauskam, musste ich es natürlich haben. Und ich habe mir fest vorgenommen, viele der Tücher aus dem Buch zu stricken, einfach weil sie so schön sind und ich denke, dass es kaum ein schöneres Accessoire gibt, als ein handgestricktes Tuch.

Gesagt, getan, habe ich letztes Jahr in unserem USA-Urlaub den Houlland Hap von Donna Smith aus Kate Davies Buch angeschlagen. Wir haben in jeder Stadt unseres Roadtrips ein kleines Video gemacht, wie ich an dem Tuch stricke. Falls ihr mal reinschauen wollt: Die Videos sind mittlerweile auch bei YouTube.

Stricken in New York

Haps, das beschreibt Kate Davies in ihrem Buch, sind Tücher, die traditionell von außen nach innen gestrickt werden. Houlland wird ebenfalls so gestrickt. Zunächst strickt man die Bordüre von rechts nach links und strickt dann an der langen Seite die Maschen für das Innere des Shawls. Das bedeutet auch, dass man erstmal einen langen dünnen Streifen strickt, dann recht viele Maschen aufnimmt, dann aber von Reihe zu Reihe weniger Maschen auf der Nadel hat. Am Anfang des Innnelebens dauert jede Reihe also etwas länger, nach und nach wird man aber immer schneller. Anders als bei Dreieckstüchern, die ich bisher gestrickt habe, die mit ein paar Maschen anfangen und wo man dann von Reihe zu Reihe mehr Maschen zunimmt. Die Reihen werden immer länger und dementsprechend dauert es immer länger, bis man durch eine Reihe durch ist. Haps sind da anders konstruiert.

Gestrickt habe ich mit der Fairalpaka Lace in HF197 heather. Eine tolle Farbe! Ich liebe Heatherfarben, weil der Faden aus mehreren Farben besteht. Beim Stricken kann man die einzelnen Farben bewundern, die der Wolle eine schöne Tiefe geben. Ich hab ungefähr 100g, also zwei Knäule verbraucht. Die Lace ist echt ergibig! Es handelt sich nicht um ein kleines Tüchlein, sondern ein schönes mittelgroßes Tuch und trotzdem hab ich noch ungefähr die Hälfte des 200g-Parks übrig. Die Lauflänge beträgt ca. 400m pro 50g.

Gestrickt habe ich mit 3,5mm KnitPro Nadeln aus meinem Symfonie-Rose-Set. Alpaka und Holznadeln gehören für mich zusammen, weil Alpaka bei Stricken für mich mehr Grip auf der Nadel haben muss, sonst rutschen mir die Maschen von der Nadel. Das Tuch war der Grund, warum ich mir vor ein paar Wochen auch endlich mal Matten und Nadeln zum Blocken gekauft habe. Das Tuch habe ich also schön gebadet und dann ordentlich gespannt auf den Matten festgepinnt. Den unterscheiden zwischen dem fertiggestrickt en und dem geblockt Tuch kann man deutlich erkennen. Das Lochmuster öffnet sich durch das Spannen sehr schön.

Gekauft habe ich mir von Knit Picks die Spannmatten und von KnitPro die T-Nadeln und die Kammnadeln.  Der Vorteil von den Kammnadeln ist, dass gleich mehrere Pins in einem der Stücke angebracht sind. Für gerade Linien ist das sehr praktisch. Für die Spitzen im Lacetuch hingegen sind die T-Nadeln super.

Zwischendrin lag das Tuch ziemllich lange brach, weil ich lange keine Muse hatte, die über 300 Maschen aus dem schmalen Rand zu stricken. Ich bin mir auch immernoch icht sicher, ob Lace-Stricken wirklich was für mich ist. Ich hab mich an einigen Stellen verstrickt und Lace kann man eben nicht so leicht „repaieren“ wie anderes Gestricktes. Okay, eine Lifeline, also ein durchgezogen Faden, auf dem die Maschen einer Reihe liegen und zu der man dann einfacher zurück ribbeln kann, hätte mir vielleicht an der ein oder anderen Stelle geholfen, aber ich bin bei sowas ja immer eher mutig. Auf der anderen Seite fällt durch das Muster eine einzelne Masche (hoffentlich) nicht so ins Auge.

Vorteilhaft war, dass es nach und nach immer schneller ging und ich selbst überrascht war, das es dann doch so schnell vorankam, als ich dann erstmal den Inneteil angestrickt hatte. Geholfen haben auch viele, viele Maschenmarkierer. Jeden Rapport hae ich markiert, damit ich innerhalb dieser kleinen Strecke schon gemerkt habe, wenn die Maschenzahl nicht stimmte und ich irgendwo einen Fehler gemacht habe, und nicht erst am Reihenende. Das war klassisches Lernen aus Erfahrung, nachdem ich zweimal Reihen zurückstricken musste – was bei Lace nicht so wirklich Spaß macht.

Mit dem Ergebnis bin ich super zufrieden. Es hat Spaß gemacht zu stricken, nachdem ich mich erstmal reingefunden habe. Die Konstruktion find ich sehr interessant. Die Wolle ist wie immer ein Traum. Es fällt sehr schön und ist einfach nur kuschelig. Ich freu mich das Tuch oft zu tragen. Das gesagt: Ich hab immernoch Respekt von Lace, weil es einfach viel Konzentration benötigt. Ich werde jetzt sicher nicht jede Woche ein neues kompliziertes Tuch anschlagen, aber schließe nicht aus, ab und an auch mal so ein Tuch zu stricken.

 

Fertiggestrickt: Salem River Mitts

Mein Mann hat sich letztes Jahr Stulpen gewünscht, und da er sehr sehr selten Strickwünsche  äußerst,  habe ich nicht lang gezögert und ihm welche gestrickt.  Das Ergebnis hatte ich hier schon vorgestellt.

Mir haben die Stulpen so gut gefallen, dass ich mir schon die ganze Zeit selber nochmal ein Paar Stricken wollte. Letztens habe ich dann das Knäuel Sockenwolle von Malabrigo in der Farbe Persia, das ich mir letztes Jahr von unserem Roadtrip durch die Ostküste der USA mitgebracht habe, angestrickt. Herausgekommen sind ein paar River Mitts. Gestrickt aus ca. 40g in der kleineren Größe mit 3,25mm KnitPro Basix Nadeln.

Die Wolle habe ich bei Circle of Stitches in Salem, Massachussets gekauft. Ein toller Wollladen mit sehr gemütlicher Sitzecke und sehr netten Verkäuferinnen.  Wenn ihr mal in der Gegend seid, lohnt es sich vorbei zu schauen. Auch für die Spinner_innen unter euch ist der Laden auf jeden Fall einen Besuch wert. 

Die Sockenwolle von Malabrigo ist wirklich eine tolle Wolle. Mir gefallen die Farben total gut, weil das Garn lebendig ist ohne dabei zu bunt oder aufgeregt zu sein. Verstricken ließ sich die Wolle auch sehr gut und es trägt sich auch sehr angenehm. Gerade als Stulpen braucht man schon etwas robustere Wolle, finde ich,  die aber gleichzeitig auch angenehm zu tragen sein sollte. Die Malabrigo Sockenwolle ist aus 100% Merinowolle und ist mit Superwash ausgestattet. Die Wolle wird dabei so behandelt,  dass sie nicht mehr so stark filzt und langlebiger ist. Gerade bei Sockenwolle sieht man ja oft, dass sie superwash ist oder eine Kunstfaser beigemischt ist. Beides sind Verfahren, um die Wolle robuster bzw. langlebiger zu machen. Ich bin da eigentlich kein großer Fan von, weil ich meistens finde, dass sich die Wolle dann komisch anfühlt – ich mag einfach 100% Wolle – und es auch sehr kritisch diskutiert wird, welchen ökologischen Fingerabdruck solche Garne hinterlassen. Die Malabrigo wollte ich aber schon lange mal ausprobieren und gerade in den USA findet man kaum eine Sockenwolle ohne superwash. Ich finde tatsächlich, dass sich die Malabrigo Sockenwolle vergleichsweise natürlich anfühlt, obwohl sie mit superwash ausgestattet ist. 

Die Anleitung der River Mitts finde ich sehr gelungen. Einfach zu verstehen. Zu dem vielleicht etwas kniffligen Part, wenn die Maschen für die beiden Layer getrennt werden, gibt es sogar ein Video-Tutorial. Die Anleitung kommt für zwei Größen. Mir passt die kleine sehr gut. Da der obere Teil an den Fingern in Rippen gestrickt ist, gibt der Stoff da aber auch gut nach. 

Wie immer, habe ich mit Jenys Surprisingly Stretchy Bind-Off abgekettet. Das ist meine Standard-Methode zum Abketten,  weil ich meistens sehr fest stricke und eben auch abkette. Gerade bei Socken und Stulpen, wo man etwas mehr Spielraum braucht,  aber auch bei Pullovern, benutze ich diese Methode immer.

Ich bin sehr zufrieden und werde die Stulpen sicher häufig tragen. Was ich aus dem Rest der Wolle mache, weiß ich noch nicht. Vielleicht reicht es für eine Mütze?  Ansonsten hat mein Mann schon angemerkt, dass ihm meine Stulpen sehr gut gefallen. Die graue Fairalpaka Sockenwolle,  aus der seine Stulpen sind, fusseln ganz leicht, was sich auf schwarzen Jacketts auf Arbeit nicht so gut macht.

Strasbourg

Das Osterwochenende haben wir recht spontan in Strasbourg verbracht. Was eine schöne Stadt! Obwohl es recht kühl war, und ein Tag auch recht verregnet, sind wir viel durch die Gässchen gelaufen, haben viel gegessen und Kaffee getrunken und generell einfach die Zeit genossen nochmal vor der Geburt unseres ersten Kindes im Sommer zu zweit einen Städtetrip zu machen. 


Natürlich haben wir auch ein Wollegeschäft aufgesucht.  Aber schon im Hotelzimmer wartete auf uns gestricktes:

Aber zum eigentlichen Wolladen: La droguerie ist ein schöner Handarbeitsladen im Zentrum von Strasbourg, mit einer schönen Auswahl an verschiedenen Garnen. Besonders interessant sind die Kits, die sie zusammen stellen. Man sucht sich in den ausliegenden Anleitungsbüchern etwas aus und die Verkäuferinnen, die übrigens alle super nett sind, wickeln einem dann die passende Menge an Wolle für die richtige Größe zusammen. 
Ich habe mir als Mitbringsel eine Baby-Strickjacke ausgesucht. Das Garn ist eine Baumwolle in verschiedenen Farben. Das Kit kommt mit den passenden Knöpfen und die Anleitung kostet in dem Kit statt 5€ nur noch 1 €. Außerdem konnte ich nicht an der Projekttasche vorbei – ich liebe Projektbeutel!


Es war ein tolles Wochenende, mit wunderbaren eindrücken und wir haben eine schöne Zeit in dieser tollen Stadt verbracht. Wird sicher nicht das letzte Mal für uns gewesen sein. Und für unseren kleinen Engel haben wir nicht nur das Strick-Kit mitgebracht, sondern auch auf dem Ostermarkt ein Mitbringsel erstanden:

Knitting in: Washington D.C.

Auf unserem Roadtrip durch die Ostküste der USA haben der Göttergatte und ich in fast jeder Stadt ein kurzes Strickvideo gedreht. Erster Halt: Washington D.C., Lincoln Memorial.

Gestrickt wird übrigens an Houlland von Donna Smith aus Kate Davies neuem Buch „The Book of Haps“.

NYC - Liberty Island

Urlaub

Ich bin ein großer Fan von Nordamerika. Lange hab ich von der Ferne die Popkultur und das Essen bewundert, mittlerweile hatte ich das Glück zum dritten Mal ans andere Ende der Welt fliegen zu können. Dieses Jahr feiern der Göttergatte und ich unseren 10jährigen Hochzeitstag und haben lang überlegt, was wir dafür machen könnten. Da wir beide mittlerweile in Lohn und Brot sind, haben wir uns recht kurzfristig entschlossen einen schon lang gehegten Plan umzusetzen: Einen Roadtrip durch die Ostküste. Mitte Juni ging’s los mit dem Flieger von Frankfurt nach Washington. Von dort dann nach Atlantic City und weiter nach New York. Nach ein paar Tagen dort haben wir Rhode Island und Massachussets erkundet, um dann unsere letzten Tage in Boston und Umgebung zu verbringen.
Es war eine tolle Zeit mir unglaublich vielen Eindrücken, netten Gesprächen und natürlich einigen Besuchen in Woll-Läden.

 

 

 

 

 

Als Mitbringsel habe ich wunderschöne Wolle und Spinnfasern gekauft.
In New York musste ich einfach Purl Soho besuchen, deren Blog ich regelmäßig lese und denen ich bei Instagram folge. Außerdem einen Besuch wert ist Knitty City, ebenfalls in New York. In Boston hab ich Newbury Yarns besucht und in Salem Circle of Stitches.

Überall gab es so schöne Wolle, dass es mir richtig schwer gefallen ist etwas auszusuchen. Was mich besonders gefreut hat war, dass es fast überall auch Spinnfasern gab. Außerdem – und das ist mir letztes Jahr in Kanada schon aufgefallen – sind die LYS (Local Yarn Stores) richtige Treffpunkte für Wollbegeisterte. Fast immer saßen Strickende Menschen in den Läden an großen Tischen, auf Sofas und strickten und unterhielten sich. Gleiuch mehfach wurde ich eingeladen Platz zu nehmen oder zu einem offen Treffen zu kommen. Nordamerikaner_innen sind meiner Erfahrung nach eh sehr gastfreundlich – Stricker_innen und Spinner_innen sind es nochmal besonders.  Mit nach Hause  gekommen sind folgende tollen Sachen: