fertiggestrickt: Babysachen // Drops Cotton Merino

Seit ich schwanger bin, habe ich – natürlich! – auch Babysachen gestrickt. Da unser Zwerg im Sommer zur Welt kommt, habe ich für die ersten Babysachen eine kleine Auswahl an Drops Cotton Merino gekauft. Für ein Juli-Kind sollte die Wolle nicht zu warm sein. Die Drops Coton Merino, die wie der Name schon sagt eine Mischung aus Bumwolle und Merinowolle ist, habe ich letztes Jahr schonmal für den Boneyard Shawl für meinen Mann verstrickt. Ich fand die Wolle damals schon ein Traum, deswegen, war die Garnauswahl für die Babysachen für mich sehr schnell klar.

Die Farben sind neutral, weil ich schon im Januar mit dem Stricken anfangen wollte, wir aber noch nicht wussten, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Mittlerweile sind wir sehr sicher, dass der Bauchzwerg eine „Principessa“, wie die Ladys aus meinem Stricktreff sagen, ist, deswegen sind die letzten Sachen schon etws mädchenhafter.


Tiny Trees Baby Vest von Kylie Bates

Diese süße kleine Weste habe ich mit 5mm aus einem Knäul (50g) in Ice Blue gestrickt. Die Anleitung ist kostenlos bei Ravelry zu bekommen und ist ein Traum! Verständlich geschrieben und ein super hübsches Westchen. Gestrickt wird von unten nach oben in Runden.

Newborn Vertebrae von Kelly van Niekerk

Diese kleine Strickjacke ist einer meiner Lieblinge. Die Anleitung für Neugeborene gibt es kostenlos bei Ravelry. Für größere Babys, Kinder und die Erwachsenen-Version gibt es ebenflls Anleitungen, die dann um die 5 Euro kosten.

Ich habe 2 Knäul (100g) in der Farbe Seegrün mit 3,5mm Nadeln verstrickt. Die Anleitung ist sehr gut geschrieben und das von oben nach unten gestrickte Jäckchen wird sicherlich ein Lieblingsteil werden.

Baby Newborn Magic Troll Vest von Eba Design

Ebenfalls eine kostenlose Anleitung ist diese kleine Weste, die ein süßes kleine Detail mit zwei Knöpfchen an einem der Träger hat. Ich habe 1 Knäul (50g) in Ice Blue mit 4mm Nadeln verstrickt. Die Weste wird von unten nach oben in Reihen gestrickt.

Ich bin nicht ganz zufrieden, weil ich finde, dass die Löcher  für die Arme zu eng sind. Ich weiß nicht, ob ich da irgendwo einen Fehler gemcht habe, auf den Projektseiten scheint es bei vielen sehr eng zu sein. Wenn ich es nochal stricken sollte, würde ich das auf jeden Fall anpassen.

Spielhöschen Goldkind von Hanne Andreassen Hjelmås & Torunn Steinsland

Diese Hose ist einfach nur Zucker! Die Anleitung stammt aus dem Buch „Klompelompe. Bezaubernde Strickprojekte für Babys und Kinder“. Die Anleitungen in dem Buch sind immer für verschiedene Altersstufen angegeben. Ich habe mit 4mm Nadeln und 1,5 Knäul (75g) ein türkises Höschen in der kleinsten Größe gestrickt. Gestrickt wird von oben nach unten. Das Bauchbändchen habe ich weggelassen.

owlie hat von Teresa Cole

Diese kostenlose Anleitung war eine der ersten, die in meiner Ravelry-Queue gelandet ist, seit ich wusste, dass wir ein Baby bekommen. Ich liebe Kate Davies Owls-Pullover und werde auch für unser Kleines einen stricken. Im Sommer ist es dafür aber zu warm, also muss zumindest eine Eulen-Mütze her. Praktisch ist der Rollrand, weil das Mützchen so mitwachsen kann. Gestrickt ist sie aus 0,5 Knäul (25g) in türkis mit 5mm Rundstricknadeln.

Vanilla von Kelly van Niekerk

Diese Babyhose kosten ca. 4 Euro und lohnt sich absolut. De Anleitung kommt nicht nur in verschieben Größen, sondern auch für verschiedene Garnstärken. Durch die Anleitung muss man erstmal durchsteigen, weil man immer schauen muss, welche Farbe für die eigene Größe relevant ist, aber ansonsten ist es eine wirklich gute Anleitung und das Höschen ist für dicke Windeln sicher gut geignet. Ich habe die Beinchen kurz gelassen, weil unser Baby die Hose im Hochsommer tragen wird.

Gestrickt wurde dieses Höschen aus 1 Knäul (50g) in Sturmblau mit 4mm und 3,25mm Nadeln.

Paulina Dress von Taiga Hilliard Designs

Dieses süße Kleidchen mit zwei kleinen Knöpfen am Rücken ist eine kostenlose Anleitung, die wirklich gut geschrieben ist. Und das Ergebnis ist ein super hübsches Kleidchen – perfekt für den Sommer. Taiga hat viele tolle weitere Bezahl-Anleitungen für Kleidchen, außerdem lohnt es sich ihr bei Instagram zu folgen.

Gestrickt ist das Kleidchen von oben nach unten mit 4mm Nadeln aus 1,5 Knäulen (75g) in Sturmblau.

Super Simple Baby Tunic von Little Gunn

Diese kleine Tunika habe ich aus den Resten in Türkis und Sturmblau mit 4mm gestrickt. Die kostenlose Anleitung ist gut geschrieben. Oben werden die Träger mit Knöpfen geschlossen, was ich sehr hübsch finde. Das Kleidchen wird von unten nach oben gestrickt. Ich habe mit 4mm Nadeln gestrickt.


Ich bin sehr begeistern von der Drops Cotton Merino. Vom Boneyard Shawl meines Mannes wusste ich schon, dass sie sch gut verstricken lässt, nicht viel pillt und toll zu tragen ist. Das alles hat sich auch jetzt bestätigt. Ich hoffe, dass sie von unseren Kleinen gern getragen wird und das mehrfache waschen gut übersteht.

Ein großes Plus sind zudem die Farben, die ich alle einfach toll finde. Das Türkis hat es mir besonders angetan, weil es einfach DIE Sommerfarbe für mich ist.

Es wird natürlich noch mehr gestrickte Baby-Sachen geben. Stay tuned!

Fertiggestrickt: Baby Blanket

Es gibt Sachen, von denen kann man nie genug haben: Decken sind für mich so Sachen. Deshalb hab ich im Februar meinen großen handgesponnenen Berg Merinowolle vom Finkhof zur Hand genommen und daraus eine recht große Babydecke gestrickt. Ganz unspektakulär kraus rechts gestrickt, also in jeder Reihe gestrickt.

Das Garn ist aus einer recht robusten Merinowolle vom Finkhof in grau von mir handgesponnen. Ich verspinne gerade die braune Merinowolle und finde die sehr viel weicher. Das Garn ist leider auch manchmal etwas überdreht und dadurch noch kratziger. Kleidung wollte ich daraus dann nicht stricken. Da ich bewusst recht dicke Fäden gesponnen habe, ist auch das Garn sehr dick geworden. Kraus rechts mit 7mm Nadeln gestrickt ergibt das ein sehr robustes und trotzdem weiches Material. Die Decke kann doppelt genommen sicher gut auf den Boden als Liegedecke genutzt werden.

Spinn-Info:

  • 1 Kilo Merinowolle vom Finkhof (grau)
  • Fäden Z-verdreht, Garn S-verdreht
  • auf Woolmakers Bliss mit Übersetzung 8:1 gesponnen
  • Garnstärke: Bulky, mit 7mm Nadeln verstrickt

 

fertiggestrickt: Striped Bunnet

Ich bin ein großer, sehr großer Fan von Kate Davies. Die Schottin entwirft tolle Strickmodelle, die meiner Meinung nach zeitlos sind. Aus ihrem Buch „Buachaille. At home in the Highlands“ habe ich vor kurzem eine Mütze gestrickt: Striped Bunnet.

Neu war für mich der tubular cast-on. Ich schlage eigentlich immer mit dem alt bewährten Kreuzanschlag/longtail cast-on meine Strickstücke an. Von daher hat es mich gefreut, mal was neues auszuprobieren. Vom Ergebnis bin ich aber ehrlich gesagt nicht so überzeugt. Der tubular cast-on ist nicht so nachgiebig wie der Kreuzanschlag. Liegt vielleicht daran, dass ich etwas fest stricke. Außerdem gibt es eine kleine Ecke, die ich beim Kreuzanschlag so nicht hätte. Ich hatte überlegt das einfach etwas zusammen zu nähen, aber dann ist die Mütze noch enger.

Das nächste Mal würde ich also wahrscheinlich wieder meinen Standard-Anschlag benutzen, auch wenn ich den Look vom tubular cast-on ansonsten echt schön finde. Aber da bin ich dann doch zu pragmatisch: passen muss es schon. Ansonsten ist die Anleitung wie immer gut nachvollziehbar. Es gibt zwei Varianten der Mütze: eine stranded und eine striped. Ich steh zur Zeit auf Streifen, daher habe ich mich für diese Version entschieden.

Gestrickt habe ich mit meinen neuen 4mm Nadelspitzen cubics von KnitPro. Was ich von den eckigen Nadeln halte, davon werde ich demnächst nochmal gesondert im Blog berichten.

Die Wolle war ein Test. Ich halte ja immer die Augen nach für Mensch und Tier fair produzierter Wolle  Ausschau. Im Online-Shop von Strickfairliebt gibt es die GOTS-zertifizierte Pure British Wool, die ich einfach mal ausprobieren musste. Ich habe mir je ein 100g-Knäuel in den Farben Heather und Rose gegönnt, weil die farblich ganz gut zu meinem Wintermantel passen und ich noch eine Mütze brauchte.

Die Wolle ist sicher nicht für jedermann/jedefrau geeignet, da sie schon etwas kratzig ist. Ich bin da ja nicht so empfindlich und selbst ich habe, als die Wolle bei mir ankam, etwas gestutzt, ob ich daraus wirklich eine Mütze stricken sollte und nicht lieber Sofa-Socken. Ich hab aber darauf gesetzt, dass die Wolle beim Waschen noch etwas weicher wird. Das war auch der Fall. Ich kann die Mütze gut tragen. Für empfindliche Hände und Ohren würde ich aber nicht empfehlen daraus etwas zu stricken, was direkten Hautkontakt hat. Es ist und bleibt eine eher robuste Wolle.

Zum Vergleich: Die Wolle vom Finkhof ist auch eher nicht kuschelig, sondern für viele Stricker_innen zu kratzig und ich finde, die Finkhof-Wolle wird nach dem Waschen weicher als die Pure British Wool. Wem also die Finkhof-Wolle schon zu kratzig ist, der wird mit der Pure British Wool nicht glücklich. Denjenigen, die da etwas härter im Nehmen sind, für die kann die Pure British Wool eine schöne Alternative sein. Die Farben sind toll und mit 4mm Nadeln habe ich ein schönes Strickbild und ein Strickstück, das auch etwas nachgibt erhalten.

 

Strickhelfer

Wie das bei einem Hobby so ist, sammelt man über die Jahre kleine oder größere Helferlein, die zwar nicht essentiell, aber trotzdem schön und praktisch sind. Mein Mann fotografiert. Neben diversen Objektiven, hat er sich im laufe der Jahre Filter für die einzelnen Objektive, ein extra Blitzlicht, Stative, Reflektoren, extra Reinigungsmittel und natürlich eine gute Transporttasche angeschafft. Bei uns Stricker_innen fallen die vielen kleinen Helferlein nicht ganz so ins Auge, wie das neue große Objektiv oder die extra Lampe oder die Reflektoren.

Ich vergleiche es mal so: Das Objektiv, das sind unsere Stricknadeln. Man kann nie zuviele davon haben. Selbst von der gleichen Größe – meistens der Lieblingsstärke – haben wir gleich mehrere. Die sind aber nicht zwingend gleich. Ich habe bspw. gleich mehrere Nadeln in Größe 4mm, weil ich damit am liebsten Stricke. Ich habe Prym Kunststoff-Nadeln – die hab ich mir damals als erstes gekauft, als ich mit dem Stricken anfing. Mittlerweile habe ich auch eine KnitPro Symfonie in 4mm. Außerdem habe ich mir zu Weihnachten vor ein paar Jahren das Symfonie Rose Set von KnitPro mit austauschbaren Nadeln schenken lassen. Und ganz neu sind die 4mm Cubics-Nadelspitzen von KnitPro (über die berichte ich auch nochmal gesondert). Nadelspiele in der Größe habe ich natürlich auch. Warum, mag man nun fragen, braucht jemand so viele 4mm Nadeln? Nunja, das ist wie mit den Objektiven beim Fotografieren. Man braucht vielleicht nicht so viele, man kann sicher auch nur mit einem Paar auskommen, so wie man auch nur mit einem Objektiv auskommen kann, um gute Fotos zu machen. Aber die Auswahl macht es leichter. Ich habe bspw. die Holznadeln gekauft, weil ich mit Alpaka gestrickt habe und die Kunststoff-Nadeln einfach zu glatt für diese Art von Garn ist. Holz hat da mehr Grip. Und dann müssen wir ehrlich miteinander sein: Wer von uns Stricker_innen hat denn tatsächlich nur ein Projekt am Laufen?

Nadeln sind essentiell, was ist denn mit anderen Helferlein?

Ich habe von meinem Mann – dem besten übrigens schon allein wegen dem Geschenk – zu Weihnachten letztes Jahr gleich zwei tolle Garnschalen bekommen. Eine offene kleinere, die ich Zuhause jetzt immer zum Stricken benutze. Vorher hatte ich die Wollknäule zur Freude unserer Katzen immer so rumfliegen (was zu deutlichem Anstieg der Katzenhaare in den Strickstücken fürhrte) oder in so kleinen Baumwoll-Beuteln, die man oben zuziehen kann. Die sind super praktisch, vor allem, wenn man so wie ich viel mit dem Zug unterwegs war und zwischendrin die Zeit zum Stricken nutzen wollte.

Die Garnschale ist mein echter Liebling. Nicht nur sieht sie dekorativ aus, sie ist auch unheimlich praktisch. Der Faden lässt sich wunderbar durch den Kringel führen. Wenn ich mein Strickstück in der Schale lasse, stecke ich gern die Nadeln an der Seite in die beiden Löcher. Die sind aber auch sehr praktisch, wenn man mit mehreren Farben strickt, weil die Fäden sich dann nicht ganz so dolle verdrehen.

Oben ist ein kleines Schälchen, in dem ich mein Maßband liegen habe, so ist es schnell zur Hand. Man kann da aber auch super Maschenmarkierer unterbringen. Ich hab die in einem kleinen Beutelchen an die Blume gehängt. Und an der Seite hängt meine – ebenfalls neue – Handarbeitsschere.

Die Zweite Garnschale ist für mich sowas wie eine Projekt- oder Stash-Schale. Dort liegt Wolle, die demnächst oder für das aktuelle Projekt brauche schön zusammen und dekorativ verstaut. Der Deckel lässt sich hochheben. Theoretisch kann man auch daraus stricken, entweder mit offenem Deckel oder sogar durch den Türspalt und das Fenster. Mehrfarbiges Stricken ist hier also auch gut aufgehoben – zumal die Schale deutlich mehr Knäule fasst also die kleine Schale, in die ich ein, maximal zwei Knäule reinbekomme.

Beide Schalen sind von Keramik Fleury, wo es nicht nur Garnschalen, sondern auch andere nette handgemachte Keramiksachen gibt.

Ein weiteres Helferlein, das nicht im Stricker_innenhaushalt fehlen darf ist eine Handarbeitsschere. Bisher hatte ich eine alte Schere aus der Schule in einem kleinen Federmäppchen. Das ist praktisch, wenn man unterwegs ist. Zuhause musste ich dann bei jedem Fadenvernähen das Mäppchen Suchen und kramen. Für die Garnschale habe ich mir daher eine kurze Handarbeitsschere gegönnt. Sie ist recht kurz, damit sie nicht am Boden schleift. Ich wollte außerdem was schickes, weil es ja die ganze Zeit sichtbar ist und habe mir bei Dawanda eine Storchenschere gekauft. Die hatte ich schon länger im Blick, weil ich die einfach schön finde. Und ich finde, sie hängt da auch sehr schön und ist – wie das Maßband – sofort Griffbereit, wenn man sie braucht.

Noch ein Helferlein, die nicht zu unterschätzen sind, sind Maschenmarkierer. Ich stricke gerade an einem Lace-Tuch und habe mir nach jedem Rapport einen Markierer gesetzt, damit mir rechtzeitig auffällt, wenn ich irgendwo einen Fehler mache. Jetzt kann man einfach Restwolle nehmen und kleine Schlaufen knoten und benutzen, ich finde aber „richtige“ Markierer einfach schöner. Ich habe mir letzten ein Päckchen KnitPro Zooni bestellt. Hübche Kügelchen mit dünnem Draht, so dass sie auch bei dünnem Garn gut zwischen die Maschen passen. Eine Kugel ist dunkler, damit kann man gut den Rundenbeginn markieren. Die anderen 6 kann man dann nach belieben nutzen. (Auf dem Foto fehlen welche, weil die gerade in meinem Lacetuch die Mittelpartie markieren.). Praktisch sind die KnitPro Maschenmarkierer, die sich öffnen lassen. Die kann man dann nämlich auch zwischendrin mal versetzen, wenn nötig. Außerdem kann man damit eine Stelle im Gestrick markieren, von der aus man messen will. Bei Pullovern oder Socken sehr praktisch.

Apropos Socken: Etwas ganz neues, das ich noch gar nicht ausprobiert habe und daher noch nicht aus der praktischen Anwendung berichten kann sind Sockruler. Damit kann man den Fortschritt der gestrickten Socke besser messen – und das sowohl toe-up als auch cuff-down. Einfach in die Socke reinstecken und messen. Ich habe mir gleich das Set mit großem, mittleren und kleinem Sockruler gekauft, weil mein Mann sehr große Füße hat, ich eher kleine und der Bauchzwerg sicher auch die ein oder andere Socke bekommen wird. Ich werde berichten, wie ich damit zurecht komme.

So, ich glaube, das waren alle Helferlein, über die ich heute berichten wollte. Was sind eure liebsten Strickhelfer, ohne die ihr gar nicht mehr sein wollt?

Fertiggestrickt: Salem River Mitts

Mein Mann hat sich letztes Jahr Stulpen gewünscht, und da er sehr sehr selten Strickwünsche  äußerst,  habe ich nicht lang gezögert und ihm welche gestrickt.  Das Ergebnis hatte ich hier schon vorgestellt.

Mir haben die Stulpen so gut gefallen, dass ich mir schon die ganze Zeit selber nochmal ein Paar Stricken wollte. Letztens habe ich dann das Knäuel Sockenwolle von Malabrigo in der Farbe Persia, das ich mir letztes Jahr von unserem Roadtrip durch die Ostküste der USA mitgebracht habe, angestrickt. Herausgekommen sind ein paar River Mitts. Gestrickt aus ca. 40g in der kleineren Größe mit 3,25mm KnitPro Basix Nadeln.

Die Wolle habe ich bei Circle of Stitches in Salem, Massachussets gekauft. Ein toller Wollladen mit sehr gemütlicher Sitzecke und sehr netten Verkäuferinnen.  Wenn ihr mal in der Gegend seid, lohnt es sich vorbei zu schauen. Auch für die Spinner_innen unter euch ist der Laden auf jeden Fall einen Besuch wert. 

Die Sockenwolle von Malabrigo ist wirklich eine tolle Wolle. Mir gefallen die Farben total gut, weil das Garn lebendig ist ohne dabei zu bunt oder aufgeregt zu sein. Verstricken ließ sich die Wolle auch sehr gut und es trägt sich auch sehr angenehm. Gerade als Stulpen braucht man schon etwas robustere Wolle, finde ich,  die aber gleichzeitig auch angenehm zu tragen sein sollte. Die Malabrigo Sockenwolle ist aus 100% Merinowolle und ist mit Superwash ausgestattet. Die Wolle wird dabei so behandelt,  dass sie nicht mehr so stark filzt und langlebiger ist. Gerade bei Sockenwolle sieht man ja oft, dass sie superwash ist oder eine Kunstfaser beigemischt ist. Beides sind Verfahren, um die Wolle robuster bzw. langlebiger zu machen. Ich bin da eigentlich kein großer Fan von, weil ich meistens finde, dass sich die Wolle dann komisch anfühlt – ich mag einfach 100% Wolle – und es auch sehr kritisch diskutiert wird, welchen ökologischen Fingerabdruck solche Garne hinterlassen. Die Malabrigo wollte ich aber schon lange mal ausprobieren und gerade in den USA findet man kaum eine Sockenwolle ohne superwash. Ich finde tatsächlich, dass sich die Malabrigo Sockenwolle vergleichsweise natürlich anfühlt, obwohl sie mit superwash ausgestattet ist. 

Die Anleitung der River Mitts finde ich sehr gelungen. Einfach zu verstehen. Zu dem vielleicht etwas kniffligen Part, wenn die Maschen für die beiden Layer getrennt werden, gibt es sogar ein Video-Tutorial. Die Anleitung kommt für zwei Größen. Mir passt die kleine sehr gut. Da der obere Teil an den Fingern in Rippen gestrickt ist, gibt der Stoff da aber auch gut nach. 

Wie immer, habe ich mit Jenys Surprisingly Stretchy Bind-Off abgekettet. Das ist meine Standard-Methode zum Abketten,  weil ich meistens sehr fest stricke und eben auch abkette. Gerade bei Socken und Stulpen, wo man etwas mehr Spielraum braucht,  aber auch bei Pullovern, benutze ich diese Methode immer.

Ich bin sehr zufrieden und werde die Stulpen sicher häufig tragen. Was ich aus dem Rest der Wolle mache, weiß ich noch nicht. Vielleicht reicht es für eine Mütze?  Ansonsten hat mein Mann schon angemerkt, dass ihm meine Stulpen sehr gut gefallen. Die graue Fairalpaka Sockenwolle,  aus der seine Stulpen sind, fusseln ganz leicht, was sich auf schwarzen Jacketts auf Arbeit nicht so gut macht.

Strasbourg

Das Osterwochenende haben wir recht spontan in Strasbourg verbracht. Was eine schöne Stadt! Obwohl es recht kühl war, und ein Tag auch recht verregnet, sind wir viel durch die Gässchen gelaufen, haben viel gegessen und Kaffee getrunken und generell einfach die Zeit genossen nochmal vor der Geburt unseres ersten Kindes im Sommer zu zweit einen Städtetrip zu machen. 


Natürlich haben wir auch ein Wollegeschäft aufgesucht.  Aber schon im Hotelzimmer wartete auf uns gestricktes:

Aber zum eigentlichen Wolladen: La droguerie ist ein schöner Handarbeitsladen im Zentrum von Strasbourg, mit einer schönen Auswahl an verschiedenen Garnen. Besonders interessant sind die Kits, die sie zusammen stellen. Man sucht sich in den ausliegenden Anleitungsbüchern etwas aus und die Verkäuferinnen, die übrigens alle super nett sind, wickeln einem dann die passende Menge an Wolle für die richtige Größe zusammen. 
Ich habe mir als Mitbringsel eine Baby-Strickjacke ausgesucht. Das Garn ist eine Baumwolle in verschiedenen Farben. Das Kit kommt mit den passenden Knöpfen und die Anleitung kostet in dem Kit statt 5€ nur noch 1 €. Außerdem konnte ich nicht an der Projekttasche vorbei – ich liebe Projektbeutel!


Es war ein tolles Wochenende, mit wunderbaren eindrücken und wir haben eine schöne Zeit in dieser tollen Stadt verbracht. Wird sicher nicht das letzte Mal für uns gewesen sein. Und für unseren kleinen Engel haben wir nicht nur das Strick-Kit mitgebracht, sondern auch auf dem Ostermarkt ein Mitbringsel erstanden:

Neuer Bremsfaden

Ich habe mir letztes Jahr, nachdem ich ein halbes Jahr mit der Hanspindel geschaut habe, ob es was für mich ist, mit dem Spinnen am Spinnrad angefangen. Dafür habe ich mir das Bliss von Woolmakers gekauft. Ich hab lange recherchiert, welches Rad ich mir kaufe. Es sollte eine Art Anfängerrad sein, bei dem man nicht viel falsch machen kann und das auch nicht zu teuer ist. Es sollte aber auch ein Rad sein, das so ziemlich alles kann, damit nicht nach kurzer Zeit ein neues Rad her muss.

Eine sehr gute Hilfe bei der Entscheidung war das Review zum Bliss von Chantimanou. Ich bin sowieso ein großer Fan von Chanti und ihren Videos, weil sie die Sachen sehr gut erklärt und es dabei auch Spaß macht, ihr zuzuschauen und zuzuhören.

Seit über einem Jahr spinne ich nun am Bliss und bin hoch zufrieden. Das Rad läuft gut und es macht riesig Spaß.  Eine Sache, die auch Chanti als Manko beim Bliss angemerkt hat, ist die Bremse.  Sie lässt sich nur halbwegs gut einstellen und ich bin eigentlich konstant dabei nachzujustieren. Chanti hatte vor einiger Zeit in ihrem Online-Shop Bremsfäden aus Baumwolle für das Bliss. Mitgeliefert beim Bliss ist ein Bremsfaden aus Kunststoff. Ich dachte mir, dass es ja nicht schaden kann, mal auszuprobieren, ob sich ein Baumwollfaden für mich besser anfühlt. Und Tatsache, hab ich das Gefühl, dass sich die Bremse besser einstellen lässt und auch irgendwie das Rad schöner läuft.

Bei mir kommen nur noch Baumwollfäden als Bremsfäden in Frage. Es fühlt sich beim Spinnen irgendwie runder an und das ganz leise Quitschen,  dass die Bremse manchmal machte, wenn sie etwas fester eingestellt war, ist auch weg. Sehr zu empfehlen!

Chantimanous  Review vom Bliss sowie ein neueres Video mit Tipps für das Bliss kann ich beide sehr empfehlen, wie ihre Videos generell.

Habt ihr schonmal einen neuen Bremsfaden ausprobiert? Was sind eure Erfahrungen?

Fertiggestrickt: Striper Cardigan

Vor einigen Wochen habe ich meinen Striper Cardigan von Amy Herzog fertiggestrickt. Der Pullover aus dem Buch „Knit to flatter“ wird in einzelnen Stücken gestrickt, also die Rückseite und die beiden Seitenteile der Strickjacke jeweils einzeln. Es war das erste Mal, dass ich eine Strickjacke in Stücken gestrickt habe, und neben kleineren Fehlern ist mir das ganz gut gelungen und hat auch Spaß gemacht. Man muss ein bisschen mehr Notizen machen, damit die Länge der Teile und auch Abnahmen und Zunahmen dann auch zusammen passen. 

Gestrickt habe ich Größe 4 mit meinen 4mm KnitPro-Nadeln aus der Fairalpaka DK in den Farben weinrot heather als Hautfarbe und für die Fair-Isle-Muster an den Ärmeln und den Schultern in den Farben Lindenblüte heather, Blau-Grün heather, Gletscher heather und Grau-Grün  heather. Insgesamt habe ich ca. 12,5 Knäuel gebraucht. 

Die Strickjacke ist ein echtes Lieblingsteil geworden. Die Wolle ist wie immer ein Traum und trägt sich super. Die Wickeljacke wird an der Seite mit zwei Bändern zusammengeknotet. Das macht auch ein sehr praktisches Umstandsteil. Irgendwie ist mit eines der Bänder zu lang geworden. Das werde ich noch kürzen müssen. Ich habe überlegt, dass ich wie beim Steeken mit einer Häkelnadel das Strickstück sichere und dann einfach abschneiden werde. 

Amy Herzog hat das Buch „Knit to flatter“ und den gleichnamigen Craftsy-Kurs so aufgebaut, dass nach einer Analyse der eigenen Körperform Hinweise gegeben werden, welche Aspekte bei Oberteilen besonders schmeichelhaft für die jeweilige Figur sind. Amy gibt außerdem Hinweise,  welche Modifikationen man vornehmen kann. Die Anleitungen in dem Buch sind dann jeweils den einzelnen Körperformen zugeordnet, so dass man nach der Analyse der Körperform auch gleich passende Strickstücke anfertigen kann. Das tolle ist, dass man die Hinweise von Amy, was zu welcher Körperform besonders gut passt, auch wunderbar beim Klamottenkaufen anwenden kann. Mir ist jedenfalls seit dem Craftsy-Kurs sehr viel klarer, was mir steht bzw. in was ich mir heute wohler fühle und in was nicht und warum. 

Für das Stricken von Strickoberteilen kann ich außerdem die Craftsy-Kurs von  Anne Hanson „The essential guide to finishing handknits “ und „Essential skills for sweater knits“ empfehlen. Ich mag Annes Art Sachen zu erklären und sie hat einfach unglaublich viel Wissen und Tipps. 

Rez.: Schaf&Schäfer

Ich bin immer auf der Suche nach neuer, ökologischer, tierfreundlicher und fairer Wolle. Deshalb war ich sofort fasziniert von dem Croudfunding-Projekt „Schaf&Schäfer“, das letztes Jahr bei startnext.de an den Start ging. Regionale Wolle bei dem die Schäfer einen fairen, sprich auskömmlichen Preis für die Wolle erhalten, das ist das Konzept von Schaf&Schäfer. Und ich war nicht allein mit meinem Interesse. Innerhalb von kurzer Zeit war das Projekt überfinanziert. 

Ich hab mir den sogenannten Wintervorrat bestellt, der aus 10 x 100g Wollknäulen bestand. Der Ansturm war so groß, dass das Projekt schnell neu für die Vorbestellungen kalkulieren musste. Dann verspätete sich die Schur und zu Guter letzt verzögerte sich die Auslieferung um weitere Monate, weil das Garn überdreht war und daher nochmal in ein Entspannungsbad gehen musste. 

Ich war, muss ich zugeben, zum Schluß auch etwas skeptisch, ob die Wolle noch bei mir ankommen würde.  Im Februar kam dann aber endlich das Paket und ich bin zufrieden. Die Farbe – ich habe das „Weidengrün“ bestellt – finde ich sehr schön. Die Wolle ist sehr weich. Vielleicht nicht ganz so weich wie die Rosy Green Wool,  aber auf jeden Fall weicher als die Finkhofwolle.  Das Garn ist noch immer etwas überdreht. Da es aber nur ganz leicht überdreht ist, hoffe ich, dass es sich beim Stricken und Waschen gibt. 

Ein echtes Highlight ist der mitgelieferte Projektbeutel, der mit dem Aufdruck „Ich bin dann mal Stricken“ ein echter Hingucker ist. Sehr praktisch finde ich, dass ich so die Wolle,  die ohne Label kam, zusammen lagern kann. 

Info zum Garn laut Hersteller-Homepage:

  • 100% Merinowolle 
  • 100g Knäuel 
  • 180m Lauflänge
  • Nadel Stärke 4 bis 5mm
  • Kosten z.Z. im Online-Shop 12€/100g

    Jetzt bin ich gespannt, wie sich die Wolle verstricken lässt. 

    Wie sind eure Erfahrungen mit der Wolle? Sicher hat die in oder andere meiner Leserinnen die Wolle auch bestellt und vielleicht schon angestrickt?

    Fertiggestrickt: Nurmilintu

    Im USA-Sommerurlaub 2016 habe ich ja einiges an Wolle aus den verschiedenen Städten mitgebracht, die wir besucht haben. Unter anderem einen Schoppel-Wolle Zauberball Crazy in der Farbe Herbstwind. Gekauft habe ich ihn in dem hübschen Strickladen „Circle of Stitches“ in Salem, Massachussets. Ja, ich weiß, ist etwas seltsam, dass ich ausgerechnet in den USA einen Ball deutscher Wolle kaufe, in meiner Wohnstadt gibt es aber soweit ich bisher gesehen habe keine Schoppel-Wolle, deshalb hab ich mich gefreut aus einem ganzen Korb Bälle einen aussuchen zu können.

    Aus dem Ball habe ich ein Nurmilintu-Tuch gestrickt. Das Tuch braucht ungefähr einen 100g Ball und wird von einer Seite zur anderen gestrickt. Dabei wechseln sich krauss gestrickte Teile mit einem Lochmuster ab. Durch die Farben im Strang bekommt das Tuch eine schöne Streifung. Ich bin sonst nicht so ein Fan von sehr bunten Strängen, aber die Schoppel-Wolle hat tolle Farbkombinationen. 

    Gestrickt habe ich das Tuch mit 3,5mm Nadeln. 
    Da ich gerade Spannmatten und Nadeln angeschafft habe, konnte ich das Tuch auch endlich richtig blocken. Bisher habe ich alles immer nur gewaschen und aufgehängt. Zu meinen ersten Erfahrungen mit wetblocking und steamblocking schreibe ich vielleicht demnächst einen eigenen Beitrag. Hier nur kurz, dass es gerade bei dem Lochmuster einen großen Unterschied gemacht hat, dass ich das Tuch gespannt habe.