Nadeln und Seile

Vor einiger Zeit habe ich vom Göttergatten das KnitPro Rosewood Deluxe Nadel-Set geschenkt bekommen. Ich liebe die Nadeln und benutzen sie eigentlich für alles. Ab und an geht allerdings mal ein Seil kaputt oder man braucht dann doch mal eine andere Nadelgröße. Oder man strickt, wie ich, gern mit einer bestimmten Größe und braucht davon mehr als ein Paar. Denn mal ehrlich: Wer hat denn nur ein Strickprojekt auf den Nadeln?!

Ich habe mir daher von KnitPro als Ergänzung ein paar Nadelspitzen geholt. Zum einen die Basix in 3.25mm und 3.27mm. Ab und an braucht man diese Zwischengröße, sei es für Socken oder Bündchen an Pullovern u.ä. Das Material der Nadeln – Birkenholz – liegt gut in der Hand. Sie sind – so wie es sein sollte – nicht super glatt, aber das Garn bleibt auch nicht an der Nadel hängen. Genau richtig für meinen Geschmack. Die Nadeln lassen sich ohne Probleme mit den Seilen des Sets benutzen. Ich kann mir gut vorstellen, die Basixs wieder zu kaufen. Hübsch ist die einfache Holzoptik allemal.

Als zweites habe ich mir ein paar Cubics in 4mm gegönnt. Ich stricke viel mit 4mm-Nadeln, von daher kann man meiner Meinung nach nie genügend 4mm-Nadeln haben.

Die Cubics sind – wie der Name schon andeutet – nicht rund, sondern eckig. Die Form soll besonders gut in der Hand liegen und das Maschenbild verbessern.  Mein Maschenbild ist schon sehr regelmäßig, daher kann ich da keinen Unterschied feststellen. In der Hand liegen die Nadeln aus Birkenholz gut – ob das jetzt aber so anders ist all runde Nadeln, ich weiß nicht.

Was mir negativ aufgefallen ist: Die Nadeln sind nicht so super poliert wie die Rosewood Nadeln aus dem Set. Das hat mich etwas irritiert und auch enttäuscht. Ich mag den glatten glänzenden Look der dunklen Holznadeln und hatte mich bei den Cubics auf etwas ähnliches gefreut.  Die Nadeln sind aber eher matt und ich finde man merkt schon, dass sie dadurch etwas schwergängiger sind als die Rosewood-Nadeln aus dem Set. Für mich werden das die ersten und letzten Cubics sein.

Vor einiger Zeit hatte ich zudem 3mm-Nadelspitzen aus der Symfonie-Reihe gekauft. Damals dachte ich, dass sich kurze Nadeln gut machen würden, aber tatsächlich stricke ich lieber mit den normal langen Nadeln.

Was ich ebenfalls neu angeschafft habe war ein Verbindungsseil,  weil eines der Seile aus dem Set kaputt gegangen ist.

KnitPro hat mittlerweile auch farbcodierte Seile.  Das heißt, das jeden Länge eine bestimmte Farbe hat. So weiß man, dass das rote Seil bspw. 76cm lang ist, mit Nadelspitzen zusammen also 100cm ergibt. Das ist sehr praktisch, weil man nicht erst nachmessen oder die Länge der Seile miteinander vergleichen muss,  um das gewünschte zu finden.  Geliefert wird das Seil mit zwei Endkappen und einem Kabelschlüssel.

Mir scheint das Kabel zudem etwas weicher als die Seile im Set. Das ist praktisch,  weil man bei Magic Loop dann nicht so mit dem Seil kämpfen muss.  Trotzdem macht das Seil einen robusten Eindruck.  Absolut empfehlenswert!

Habt ihr Lieblingsnadeln? Welche Größen benutzt ihr besonders gern? Welche Nadel sollte man unbedingt mal ausprobiert haben?

fertiggestrickt: Hose Süßer Fratz

Ihr Lieben, ich melde mich zurück! Wie regelmäßig ich allerdings bloggen werde, kann ich noch nicht sagen. Das Leben mit Baby ist – wie erwartet – ganz anders. Es ist wunderbar und toll! Die Prioritäten liegen aber eben gerade ganz woanders als beim Bloggen. Zum Stricken komme ich dann und wann. Abends zum Beispiel, wenn die Kleine im Babybay schläft. Oder beim politischen Ehrenamt, wenn die Sitzung länger dauert.

Dort fertiggestrickt habe ich auch die Hose „Süßer Fratz“ aus dem Buch Klompelompe. Aus dem Buch hatte ich schon eine Babyhose gestrickt: das Spielhöschen Goldkind, die ich unserer Maus bisher sehr gern angezogen habe. Das Buch hat sich also jetzt schon gelohnt.

Angefangen hatte ich diese Winterhose in der Größe 2 noch vor der Geburt unseres kleinen Wonneproppens. Nun ist sie endlich von den Nadeln gesprungen.

Gestrickt ist die Hose mit 2,5mm und 3mm Nadeln aus der Fairalpaka DK in grau-grün heather. Eine tolle Farbe, die auf den Fotos leider gar nicht so richtig rüberkommt.

Die Hose wird von oben nach unten gestrickt und hat ein hübsches Detail an den Hosenseiten, das wirklich einfach zu merken ist.  Die Anleitung ist einfach zu verstehen und lässt sich gut folgen.

Nach den ersten Monaten mit Baby habe ich mittlerweile raus, was an Baby-Klamotten für uns sinnvoll ist und was nicht. Den breiten Bund an dieser Hose finde ich sehr gut. Ich ziehe, wenn es schon Hosen und nicht Strampeln sein sollen, lieber welche mit breitem Bündchen an, weil die nicht so auf den Bauch drücken. Außerdem können die Hosen schon etwas eher getragen werden, wenn man das Bündchen oben und an den Beinen umschlägt,  und beim Wachsen wandert das Bündchen immer weiter runter. Das finde ich praktisch und auch nachhaltiger.  Die kleinen Fratze wachsen so schnell, dass es schade ist, wenn Sachen nur eins zwei Mal getragen werden – zumal, wenn es handgemachte Dinge sind.

Ich bin gespannt, ob unserem Möttchen die Hose in ein paar Monaten passt und gefällt.

Hörbuch-Empfehlungen

Stricken und Hörbücher – das passt einfach gut zusammen. Während man einfache oder auch etwas kompliziertere Strickstücke herstellt, kann man wunderbar nebenbei Geschichten folgen. Heute möchte ich euch ein paar Hörbücher empfehlen, die nicht nur einfach gut waren, sondern auch in der Strickwelt spielen. Denn, was passt besser zum Stricken als dabei einem Hörbuch zu lauschen, in dem es ums Stricken geht?!

Ich bin zur Zeit etwas gehandicapt: Ich kann/darf gerade nicht stricken/spinnen, weil ich durch Wassereinlagerungen jetzt am Ende der Schwangerschaft wahrschienlich das Karpaltunnelsyndrom in beiden Handgelenken habe. Nicht schön, sondern schmerzhaft. Handarbeiten jeglicher Art sind also im Moment nicht drin, was meiner Stimmung nicht gerade zuträglich ist. Da ich es aber eben nicht ganz ohne Handarbeiten aushalte, dachte ich mir, ich lasse euch an Hörbüchern teilhaben, die mit Handarbeiten zu tun haben und die mir ans Herz gewachsen sind.

Disclaimer: Bei den vorgestellten Hörbüchern handelt es sich um die englisch-sprachigen Hörbücher, die ich über die Audible-App höre. Ich habe nicht recherchiert, ob bzw. wann deutschsprachige Vertonungen erscheinen. 


The Yarn Whisperer

Autorin Clara Parkes, die einigen von euch vielleicht von knittersreview.com bekannt ist, kennt sich mit Stricken und Wolle ziemlich aus. Sie hat die Kompendien „The Knitters Book of Wool“, „The Knitters Book of Yarn“ und „The Knitters Book of Socks“ veröffentlicht und teilt ihr Wissen zu Fasern und Garnen u.a. auch in Craftsy-Kursen, die ich sehr empfehlen kann.

The Yarn Whisperer ist ihr erstes Buch, das sich außerhalb der typischen Strickbücher befindet, aber trotzdem mit Stricken und Co. zu tun hat. In 22 Kapiteln/Essays beschreibt Clara Episoden aus ihrem Leben, die alle irgendwie mit Handarbeiten zu tun haben und im Vokabular von uns Stricker_innen formuliert sind.

Ein wunderbares, kurzweiliges Buch, das noch mehr gewinnt, da es von der Autorin selbst (und ebenfalls ganz wunderbar!) gelesen wird.

Knitlandia

Knitlandia ist sozusagen die Fortsetzung von Yarn Whisperer. Clara Parkes erzählt auch hier aus ihrem Wolligen Leben. In diesem Buch nimmt sie uns auf eine Weltreise zu den unterschiedlichsten Wollfesten und Wollläden. Man lernt die Besonderheiten kennen und ich für meinen Teil habe nach dem Hören beschlossen, dass ich unbedingt einmal nach Island auf eine Strickreise muss. (Tatsächlich war die Reise schon so gut wie geplant für dieses Jahr, dann hat sich aber unser kleines großes Abenteuer „wir werden Eltern“angekündigt und so muss die Reise noch ein bisschen auf sich warten.)

Die Geschichten sind sehr inspirierend und es macht Spaß, Clara bei ihren Reisen zu folgen. Die Stricker_innen-Community ist eine wunderbare, offene und ich bin froh, auch dazu zu gehören.

Auch dieses Buch liest Clara wieder selbst. Es ist nicht nur nett, dass die Autorin ihre Geschichte(n) selbst vorliest, Clara hat, finde ich, eine tolle Stimme und es wirkt irgendwie noch authentischer die Geschichten aus ihrem Mund zu hören.

Seaside Knitters Series

Sally Goldenbaums Krimi-Serie spielt in einem kleinen Fischerdorf am Meer in Massachusetts. Zentrum ist eine Gruppe Strickerinnen, denen man nicht nur dabei über die Schulter schaut, wie sie Garne und Strickanleitungen im lokalen Garnladen aussuchen, sondern auch, wie sie Morde und Geheimnisse im idyllischen Sea Harbor aufklären.

Ein bisschen erinnern mich die Figuren und die Geschichten an Miss Marple, nur dass eben nicht nur eine kluge Frau die Morde aufklärt, sondern die Frauengruppe hier zusammen die Puzzleteile zusammensuchen – und nebenbei Mützen, Schals und Cardigans stricken.

Die Figuren sind alle mit glaubwürdigen Hintergründen und Motiven ausgestattet, die Beziehungen untereinander werden schön herausgearbeitet und die Morde sind nicht offensichtlich – man überlegt mit wer und warum der Mörder ist und verfolgt gespannt, wie die Seaside Knitters das Puzzle langsam zusammensetzen und den Mörder entlarven.

Ich mag Krimis sowieso gern und diese Reihe hat es mir besonders angetan und ich empfehle jeder/jedem Stricker_in zumindest mal reinzuhören, wenn ihr etwas für Krimis übrig habt. Auch hier wird wieder deutlich wie wunderbar die Strick-Community ist. Besondere Highlghts sind für mich, wenn ein Garn, eine Zeitschrift, die ich selbst kenne, in dem Buch kurz erwähnt wird. Das sind kleine Easter-Eggs, mit denen sicher nur Stricker_innen etwas anfangen können, die aber sehr subtil und passend eingeflochten werden.

Gelesen werden die Bücher von Julie McKay, die durch den Einsatz ihrer wunderbaren Stimme jeder Figur Leben einhaucht. Es macht einfach Spaß, ihr zuzuhören.

Ich höre zur Zeit den dritten Teil der Reihe. Insgesamt sind 11 Teile erschienen, der 12. Band wird noch in diesem Jahr veröffentlicht.


Vielleicht stößt das ein oder andere Hörbuch bei euch auf Interesse – das würde mich sehr freuen! Mich würde aber auch interessieren, welche Hörbücher, die vielleicht auch irgendwie etwas mit Handarbeiten zu tun haben, ihr gut findet und ihr empfehlen würdet!

fertggestrickt: Lucky 4-Leaf Afghan

Diese Decke ist mein super-Langzeit-Projekt: 2012 habe ich damit begonnen und nun ist sie fertig.

Sie ist nicht ganz so groß geworden, wie ursprünglich geplant. Zwichendrin hatte ich irgendwann entschieden, dass es keine Sofa-Decke, sondern eine Baby-Decke werden würde. Und als wir dann letztes Jahr die freudige Neuigkeit erfuhren, dass wir dieses Jahr Eltern werden würden, wurde die Decke konkreter weiter gestrickt. Bis dahin hatte ich immermal wieder einen Patch gestrickt wenn ich Lust darauf hatte oder Restwolle verbraucht werden sollte. Die ganze Decke ist ein Restwolle-Projekt. Dementsprechend bunt und unterschiedlich ist die verbrauchte Wolle.

Ich wollte eigentlich noch eine Rückseite aus Baumwollstoff drannähen, habe dafür auch den Stoff schon daliegen. Aber irgendwie hatte ich in den letzten Wochen so gar keine Muße mich an die Nähmaschine zu setzen. Deshalb bleibt die Decke wie sie jetzt ist. Ich kann ja immernoch später die Rückseite machen, wenn ich unbedingt will. Außerdem könnte man so die Decke auch irgendwann erweitern und zu einer größeren Decke weiterstricken. Das hat ja auch was für sich.

Gestrickt ist die Decke nach der kostenlosen Anleitung bei Ravelry. Je nach Garn mit 3,5mm, 4mm oder 4,5mm Nadeln. Die Anleitung ist Reihe für Reihe ausgeschrieben und daher sehr gut nachvollziehbar. Die Patches habe ich gewaschen und geblockt bevor ich sie zusammengehäkelt habe. Ich hab – weil häkeln ja nicht so mein Metier ist – einfach auf youtube nach Videos geschaut, die erklären, wie man Patches zusammenhäkeln kann. Leider hab ich mir das Viddeo anscheinen nicht gespeichert, so dass ich es leider nicht verlinken kann. Aber falls ihr nach Hilfen dazu sucht: youtube ist voll davon! Ihr werdet sicher fündig!

fertiggesstrickt: Northmavine Hap

Ich bin eine ziemlich egoistische Strickerin. Mein Hobby ist – ich hoffe, meine Freunde und bekannte bestätigen das – so ziemlich der einzige Bereich, in dem ich egoistisch bin. Ich teile eigentlich gern und viel. Nur beim Stricken, ist das irgendwie anders. Ich stricke am liebsten für mich. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich weniger Prrozess-Strickerin sondern eher Produkt-Strickerin bin. Ich liebe es, meine fertigen Produkte zu tragen. Außerdem weiß ich sehr genau, dass Geschmack sehr unterschiedlich ist, und was ich toll und schön finde, mögen andere vielleicht nicht. Das ist auch vollkommen in Ordnung. Wenn man aber etwas in Handarbeit hestellt, dann steckt man ziemlich viel Zeit rein. Und ich würde es schade finden, wenn die Strickstücke, die ich herstelle, bei anderen Menschen nur in der Schublade liegen würden. Das sind die Gründe, warum ich eher selten für andere etwas stricke.

Zu jeder guten Regel gibt es Außnahmen. Meine Ausnahme ist meine beste Freundin. Wenn sie fragt, ob ich etwas für ihre Kinder stricken würde, dann lege ich los. Letztes Jahr hat sie zu ihrem Geburtstag Hufflepuff-Socken von mir bekommen und dieses Jahr ist ein Tuch für sie von den Nadeln gehüpft. Sie ist sehr „strickwürdig“ (knitworthy), was auch daran liegt, dass sie selbst häkelt und daher weiß, wieviel Arbeit und Liebe in einem Strickstück steckt. Dementsprechend hat sie sich sehr gefreut, als sie Ende Juni das Tuch geschenkt bekommen hat. Ich hoffe, sie ha viel Freude damit.

Die Anleitung zum Northmavine Hap stammt aus dem Buch „Colours of Shetland“ von Kate Davies. Eigentlich ist das Tuch in verschiedenen Farben gestreift, ich dachte aber, dass das Farbverlaufsgarn, dass ich letztes Jahr auf einem Mittelalterfest geauft habe auch sehr gut in dem Tuch wirken würde. Und obwohl ich nur ca. die Hälfte des Garns verwendet habe, hat das Tuch einen schöne Farbverlauf. Der Verlauf entsteht in diesem Garn dadurch, dass das Garn aus einzelnen Fäden besteht, die nicht miteinander verzwirnt sind, sondern nach bestimmten Abständen erst einer, dann zwei usw. der Fäden in der neuen Farbe angeknüpft wird, bis man ganz in der zweiten Farbe strickt. Dann geht das ganze mit der nächsten Farbe weiter.

Gestrickt habe ich das Tuch mit 4mm Nadeln. Das Tuch wird von oben nach unten gestrickt und das Muster ist leicht zu stricken und wirkt einfach toll. Die Anleitung war – wie immer bei Kate Davies – sehr gut nachvollziehbar und hat echt Spaß gemacht zu stricken. Ich bin schon am Überlegen, aus dem Rest des Garns für mich ein Northmavine Hap zu stricken. Da ist er wieder, der Egoismus. 😉

fertiggestrickt: owlet

Von den Nadeln gehüpft (trotz Wassereinlagerungen in den Händen, die das Stricken zur Zeit etwas schwierig machen…) ist ein süßer kleiner Winterpullover: owlet von Kate Davies.

Falls ihr es noch nicht mitbekommen habt: Ich bin ein großer Fan von Kate! Ich mag den Stil ihrer Designs, die Anleitungen sind gut nachvollziehbar und ihre Bücher sind durch die Essays nicht nur reine Anleitungsbücher, sondern geben Einblick in das jeweilige Thema. Einfach toll!

Ziemlich klar, dass ich die Anleitungen für Kindersachen von Kate Davies durch gegangen bin, um zu sehen, was man so hübsches Stricken könnte. Dass ich den owlet für unsere Kleine stricken würde, war dann sofort klar. Letztes Jahr habe ich für mich die Erwachsenen-Version OWLs für mich gestrickt. Ich meine, dieser Pullover war das erste Design von Kate, dass mir damals über den Weg gelaufen ist. Ich liebe diesen Pullover! Und im nächsten Winter, wird also unsere kleine Eule einen Eulen-Pullover tragen. Ich freu mich drauf!

Gestrickt habe ich die Größe 2 mit 4,5mm und 5mm Nadeln aus der fairalpaka DK blau-grün heather (HF266), die ich noch von meinem Striper Cardigan übrig hatte. Ich habe den Faden doppelt genommen, um auf die richtige Garnstärke zu kommen. Damit es etwas leichter zu stricken ist, habe ich dafür die Knäule jeweils mit zwei Fäden neu gewickelt. Das hat gut geklappt und würde ich auch wieder so machen, weil dann nicht zwei Knäule durch die Gegend hüpfen, sondern man ganz normal seine Garnschale o.ä. benutzen kann.

Ich habe extra die Größe 2, die für 9 Monate alte Babys gedacht ist, gestrickt, weil erfahrungsgemäß Kate Davies Anleitungen sehr eng sitzen, (negative ease). Da ich zudem auf den Fotos schon gesehen habe, dass der Pullver sich sehr anschmiegt,  ist die Nummer Größer glaube ich sinnvoll. Zur Not kann man die Ärmel etwas umschlagen und der Pullover sitzt (noch) nicht so eng, kann dann aber vielleicht auch etwas länger, sprich über den ganzen Winter getragen werden.

Jetzt fehlt nur noch eine Winterhose, die ich gerade auf den Nadeln habe (ebenfalls Fairalpaka DK, in der Farbe grau-grün heather hf243), dann habe ich alle meine geplanten Baby-Stricksachen geschafft. Mal schauen, ob ich die Hose noch vor der Geburt schaffe, ansonsten hoffe ich auf ein entspanntes Wochenbett, in dem ich vielleicht auch die ein oder andere Strickreihe schaffe.

 

fertiggestrickt: le cardigan

Die Baby-Strickjacke „le cardigan place de l’etoile„, die ich als Kit in unserem Osterurlaub in Strasbourg gekauft hatte (siehe Blogbeitrag dazu), habe ich mittlerweile gestrickt.

Die Anleitung war auf französisch und ich musste mich erstmal durchkämpfen, um sie zu verstehen. Französische oder zumindest diese Anleitung von „la drougerie“ sind  nicht so ausführlich, wie ich das von englisch-sprachigen Anleitungen gewöhnt bin. Außerdem war ich unsicher, ob eine Baby-Strickjacke tatsächlich in Teilen gestrickt und dann zusammengenäht sinnvoll ist. Ich war kurz davor die Anleitung nur als Anregung zu nehmen und eine nahtfreie Version zu stricken, war dann aber zu faul die Berechnungen dazu zu machen.

Letztlich ist es eine hübsche Jacke geworden und ich bin zufrieden. Gestrickt ist das Jäckchen in der Größe für 3 Monate alte Babys mit 4mm Nadeln aus fleur de coton, einem Garn aus 100% Baumwolle. Dementsprechend ist das Jäckchen nicht sehr kuschelig, sondern eher fest. Da aber eh noch ein Body darunter getragen wird, finde ich das nicht dramatisch.

Wie schlau es war, mich an die Farbkombi aus der Anleitung – weiß als Hauptfarbe – zu halten, wird sich zeigen. Wenn unsere Kleine auch nur ein bisschen nach mir kommt, wird nach dem ersten Tragen wahrscheinlich überlegt, ob man das Jäckchen überfärben kann…

fertiggestrickt: First Snow Socks

Aus Resten der im letzten Beitrag gezeigten Peru Naturtex und Drops Cotton Merino habe ich Babysöckchen gestrickt. Die kostenlose Anleitung namens „First Snow Socks“ kommt von Drops Design und ist mit 2,5mm Nadeln gestrickt.

Die Anleitung ist – wie eigentlich alle Drops-Anleitungen – gut nachvollziehbar. Das Muster gefällt mir sehr gut und war super einfach zu stricken.

Ich bin etwas skeptisch, ob die Söckchen passen werden, weil die Baumwolle galtt rechts gestrickt einfach nicht so gut nachgibt wie Schafwolle. Hübsch sind sie alle mal und sie sind als Requisite bei einem Babybauch-Fotoshooting, das wir als Erinnerung an diese unglaubliche Zeit gemacht haben, zum Einsatz gekommen.

fertiggestrickt: Easy Peasy Newborn Hat // Peru Naturtex

Wie angekündigt gibt es weitere Baby-Strick-Sachen. Bin gespannt, ob ich alle geplanten Projekte bis zur Geburt fertig bekomme…


Auch ein Sommerbaby braucht ein paar Mützchen. Bei Ravelry bin ich auf die kostenlose Anleitung Easy Peasy Newborn Hat gestoßen. Super einfache und schöne Anleitung für eine Mütze für Neugeborene. Was das Mützchen in meinen Augen so toll macht ist der Knoten, den man in den I-Cord macht. Dadurch ist die Mütze einfach zuckersüß. Außerdem liebe ich I-Cord, insbesondere als Mützenabschluss.

Gestrickt habe ich das Mützchen,  das durch das Rollbündchen etwas mitwachsen kann, aus der Peru Naturtex Pakucho Sport  in der Farbe Sage mit 3mm Rundstricknadeln. Die Wolle habe ich bei Strickfairliebt gekauft.

Das Besondere an dem Baumwollgarn ist, dass es nur in Naturfarben kommt. Man hat verschiedene Farbtöne zur Auswahl, aber keine ist nachgefärbt. Denn Baumwolle ist tatsächlich gar nicht weiß! Richtig weiße Baumwolle ist immer gebleicht. Dabei kann Baumwolle wirklich schöne Farbtöne haben. Der Farbton Sage (auf Deutsch Salbei), den ich gewählt habe ist ein beige-hellbraun mit einem ganz ganz leichten Stich grün. Peru Naturtex kommt, wie der Name schon sagt, aus Peru, ist fair gehandelt, zertifiziert, nachhaltig und vegan. Ich bin ja immer auf der Suche nach fairer Wolle und bin von der Peru Naturtex echt begeistert. Es ist ein Garn aus 100% Baumwolle – das ist nicht für jeden was. Die Drops  Cotton Merino, die ich für die anderen Babysachen verstrickt habe, ist eine Mischung aus – wie der Name schon sagt – Baumwolle und Merinwolle. Durch den Merino-Anteil gibt die Drops Cotton Merino mehr nach, ist elastischer und auch weicher. Die Peru Naturtex hingegen ist fest und nicht elastisch, trotzdem fühlt sie sich sehr angenehm auf der Haut an. Mit knapp 5 Euro pro 50g ist die Wolle nicht günstig, aber auch nicht super teuer. Für das Mützchen habe ich ungefähr die Hälfte, also 25g verbraucht.

Die Peru Naturtex ließ sich sehr gut verstricken, es hat echt Spaß gemacht mit der Wolle zu arbeiten. Für Stricker_innen (oder auch Häkeler_innen), die gern mit Baumwolle arbeiten oder allergisch auf Schafwolle reagieren, ist das eine echt tolle Wolle! Ich kann sie nur empfehlen!

Fertiggestrickt: Houlland Hap

Ich bewundere immer wieder delikat gestrickte Lace-Shawls. Of bestehen sie aus mehr Löchern als Faden, und genau das macht die Besonderheit dieser Tücher aus. Lace ist aber nicht gerade anfängertauglich – man muss sich schon ein bisschen konzentrieren. Und während ich bei stranded colour work mein Gestricktes „lesen“ kann und in der nächsten Reihe weiß, wohin welche Farbe gehört, so finde ich Lace unübersichtlicher. Lace-Stricken ist für mich persönlich schwieriger als mit mehreren Farben stricken.

Als Kate Davies „Book of Haps“ herauskam, musste ich es natürlich haben. Und ich habe mir fest vorgenommen, viele der Tücher aus dem Buch zu stricken, einfach weil sie so schön sind und ich denke, dass es kaum ein schöneres Accessoire gibt, als ein handgestricktes Tuch.

Gesagt, getan, habe ich letztes Jahr in unserem USA-Urlaub den Houlland Hap von Donna Smith aus Kate Davies Buch angeschlagen. Wir haben in jeder Stadt unseres Roadtrips ein kleines Video gemacht, wie ich an dem Tuch stricke. Falls ihr mal reinschauen wollt: Die Videos sind mittlerweile auch bei YouTube.

Stricken in New York

Haps, das beschreibt Kate Davies in ihrem Buch, sind Tücher, die traditionell von außen nach innen gestrickt werden. Houlland wird ebenfalls so gestrickt. Zunächst strickt man die Bordüre von rechts nach links und strickt dann an der langen Seite die Maschen für das Innere des Shawls. Das bedeutet auch, dass man erstmal einen langen dünnen Streifen strickt, dann recht viele Maschen aufnimmt, dann aber von Reihe zu Reihe weniger Maschen auf der Nadel hat. Am Anfang des Innnelebens dauert jede Reihe also etwas länger, nach und nach wird man aber immer schneller. Anders als bei Dreieckstüchern, die ich bisher gestrickt habe, die mit ein paar Maschen anfangen und wo man dann von Reihe zu Reihe mehr Maschen zunimmt. Die Reihen werden immer länger und dementsprechend dauert es immer länger, bis man durch eine Reihe durch ist. Haps sind da anders konstruiert.

Gestrickt habe ich mit der Fairalpaka Lace in HF197 heather. Eine tolle Farbe! Ich liebe Heatherfarben, weil der Faden aus mehreren Farben besteht. Beim Stricken kann man die einzelnen Farben bewundern, die der Wolle eine schöne Tiefe geben. Ich hab ungefähr 100g, also zwei Knäule verbraucht. Die Lace ist echt ergibig! Es handelt sich nicht um ein kleines Tüchlein, sondern ein schönes mittelgroßes Tuch und trotzdem hab ich noch ungefähr die Hälfte des 200g-Parks übrig. Die Lauflänge beträgt ca. 400m pro 50g.

Gestrickt habe ich mit 3,5mm KnitPro Nadeln aus meinem Symfonie-Rose-Set. Alpaka und Holznadeln gehören für mich zusammen, weil Alpaka bei Stricken für mich mehr Grip auf der Nadel haben muss, sonst rutschen mir die Maschen von der Nadel. Das Tuch war der Grund, warum ich mir vor ein paar Wochen auch endlich mal Matten und Nadeln zum Blocken gekauft habe. Das Tuch habe ich also schön gebadet und dann ordentlich gespannt auf den Matten festgepinnt. Den unterscheiden zwischen dem fertiggestrickt en und dem geblockt Tuch kann man deutlich erkennen. Das Lochmuster öffnet sich durch das Spannen sehr schön.

Gekauft habe ich mir von Knit Picks die Spannmatten und von KnitPro die T-Nadeln und die Kammnadeln.  Der Vorteil von den Kammnadeln ist, dass gleich mehrere Pins in einem der Stücke angebracht sind. Für gerade Linien ist das sehr praktisch. Für die Spitzen im Lacetuch hingegen sind die T-Nadeln super.

Zwischendrin lag das Tuch ziemllich lange brach, weil ich lange keine Muse hatte, die über 300 Maschen aus dem schmalen Rand zu stricken. Ich bin mir auch immernoch icht sicher, ob Lace-Stricken wirklich was für mich ist. Ich hab mich an einigen Stellen verstrickt und Lace kann man eben nicht so leicht „repaieren“ wie anderes Gestricktes. Okay, eine Lifeline, also ein durchgezogen Faden, auf dem die Maschen einer Reihe liegen und zu der man dann einfacher zurück ribbeln kann, hätte mir vielleicht an der ein oder anderen Stelle geholfen, aber ich bin bei sowas ja immer eher mutig. Auf der anderen Seite fällt durch das Muster eine einzelne Masche (hoffentlich) nicht so ins Auge.

Vorteilhaft war, dass es nach und nach immer schneller ging und ich selbst überrascht war, das es dann doch so schnell vorankam, als ich dann erstmal den Inneteil angestrickt hatte. Geholfen haben auch viele, viele Maschenmarkierer. Jeden Rapport hae ich markiert, damit ich innerhalb dieser kleinen Strecke schon gemerkt habe, wenn die Maschenzahl nicht stimmte und ich irgendwo einen Fehler gemacht habe, und nicht erst am Reihenende. Das war klassisches Lernen aus Erfahrung, nachdem ich zweimal Reihen zurückstricken musste – was bei Lace nicht so wirklich Spaß macht.

Mit dem Ergebnis bin ich super zufrieden. Es hat Spaß gemacht zu stricken, nachdem ich mich erstmal reingefunden habe. Die Konstruktion find ich sehr interessant. Die Wolle ist wie immer ein Traum. Es fällt sehr schön und ist einfach nur kuschelig. Ich freu mich das Tuch oft zu tragen. Das gesagt: Ich hab immernoch Respekt von Lace, weil es einfach viel Konzentration benötigt. Ich werde jetzt sicher nicht jede Woche ein neues kompliziertes Tuch anschlagen, aber schließe nicht aus, ab und an auch mal so ein Tuch zu stricken.