Rez.: Natürlich Wolle!

wpid-dsc_0089.jpgVor einiger Zeit habe ich mir „Natürlich Wolle!“ von Brunhilde Bross-Burkhardt gekauft. Es ist ein 160seitiges Überblicksbuch, dass sich in verschiedenen Kapiteln damit beschäftigt, wie etwas vom Schaf bis zum fertigen Handarbeitsstück entsteht. Nach der Darstellung verschiedener Schafrassen und die Unterschiedlichkeit der Wollen, werden dabei auch verschiedene Handarbeitsarbeiten vorgestellt, Färben der Wolle, Spinnen mit der Handspindel und mit dem Spinnrad, Weben, Stricken und Filzen.

Auf 160 Seiten ist es natürlich schwer, allen Handarbeiten wirklich gerecht zu werden. Und das ist auch das große Manko an dem Buch. Bei jedem Kapitel möchte man eigentlich mehr erfahren. Gerade die Anleitungen, wie man färbt oder filzt hätten meiner Meinung nach gar nicht so ausführlich ausfallen müssen, weil zumindest ich mir dazu jeweils extra Literatur besorgen würde. Ein genauerer Überblick, woher die jeweilige Handarbeitsart kommt, was früher und heute damit fabriziert wurde und wird, hätte ich interessanter gefunden.

Das Buch ist sicherlich ein netter Überblick, ich kann mich aber nicht dem Eindruck erwehren, dass auf dem Buchmarkt wesentlich bessere Überblicksbücher zu haben sein müssen. 19,99 Euro sind dafür dann doch recht hoch.

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Rez.: Reckless

In Herbst dieses Jahr erscheint der dritte Teil der sogenannten Spiegelwelt-Reihe von Cornelia Funke. Band Eins „Reckless – Steinerenes Fleisch“ hatte ich 2010 sofort gekauft und verschlungen, weil ich Funkes Tintenwelt so liebe und ihren Schreibstil einfach toll finde. Dieses Jahr habe ich mir dann endlich Band Zwei gekauft „Reckless – Lebendige Schatten“. 

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Die Spiegelwelt ist ganz anders als die Tintenwelt. Beides sind zwar Parallelwelten zu unserer Realität, sie sind aber ganz anders geschaffen. Währen die Tintenwelt eine Fantasiewelt ist, die durch unsere Wörter entsteht und vom Stil her an das europäische Mittelalter erinnern, ist die Spiegelwelt eine Märchenwelt, in der dir Hexen und Zwerge genauso begegnen können wie Irrlichter und Blaubärte. Nur dass diese Welt in das industrielle Zeitalter gerückt ist, in der es die ersten Automobile, elektrisches Licht und Medizin gibt. Alt und neu, Zauberei und Wissenschaft existieren (noch) parallel, doch der Fortschritt zieht schneller ein, als man denkt. In dieser Welt spielt ein Großteil der Reckless-Bücher. Und obwohl es eine ganz andere Welt als die Tintenwelt ist, ist nicht zu übersehen, dass sich das Motiv der Parallelwelt – der Spiegelwelt im wahrsten Sinne – in beiden Buch-Reihen findet. Auch das hin und herreisen und -gerissen sein, zwischen beiden Welten, wird in der Spiegelwelt-Reihe thematisiert. Meiner Meinung nach sind beide Reihen daher auch als Coming-of-Age-Geschichten zu interpretieren, auch wenn Jacob und Will Reckless (die Assoziation zu Jakob und Wilhelm Grimm finde ich tatsächlich etwas platt, aber nun ja…) schon etwas älter sind. Vielleicht spiegelt sich darin aber auch wieder, dass in unserer Gesellschaft das Erwachsensein immer weiter nach hinten in den Lebensverlauf rückt. Im heutigen westlichen Europa ist man erst sehr viel später wirtschaftlich und oft auch emotional so selbstständig, dass man von einem Erwachsenensein sprechen kann – aber das ist ein anderes Thema. Weiterlesen

Rez.: Roter Mond

wpid-img_20140711_102446.jpgDer Roman „Roter Mond“ von Benjamin Percy ist mir schon vor einiger Zeit über Blogg-dein-Buch vom Verlag Penhaligon zur Verfügung gestellt worden. Es liegt sicherlich an der Länge des Buches (640 Seiten) und der wenigen Freizeit im Moment, dass ich es kaum geschafft habe, an dem Buch weiter zu lesen. Aber es liegt auch ein stückweit am Buch selbst.

Zunächst zum Inhalt, der gar nicht so ganz einfach wieder zu geben ist. Stell dir vor, es gibt Werwölfe. Aber nicht in irgendeiner Fantasy-Welt, sondern im jetzt und hier. Die infizierten Menschen – denn so wird man Werwolf – werden unterdrückt und einige gründen einen Widerstand, der auch zu terroristischen Maßnahmen greift. Klingt ein bisschen wirr, macht das Buch aber sehr spannend. Auf der Verlagsseite steht „Eine überzeugende Parabel auf die Welt, in der wir leben.“ und tatsächlich fühle ich mich manchmal an die Black-Panther-Bewegung oder auch die Gründung Israels, aber ganz überzeugend finde ich es nicht. Die Geschichte läuft ziemlich ziellos durch die Gegend, man lernt viele Personen kennen, begleitet sie ein Stück auf ihrem Weg und dann ist auch schon der nächste dran. Manche Schicksale sind miteinander verknüpft, aber mir ist – ich bin ziemlich in der Mitte des Buches zur Zeit – noch immer nicht klar, was das Buch will und wohin es gehen soll. Der Schreibstil ist Geschmackssache. Ich finde ihn sehr clean und erinnert mich häufig eher an ein Filmmanuskript denn an einen Roman.

Zwischendrin gibt es immer wieder Aspekte, die ich interessant finde, zum Beispiel, die medizinische Seite, wodurch man eigentlich Lykaner (Werwolf) wird oder auch die Gründung der Lykaner-Republik. Diese Punkte werden aber immer nur angeschnitten und es bleibt (bisher) vieles offen.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht und ob das Buch auch noch irgendeine Konklusion bereit hält – ich bin aber nicht sicher, ob ich wirklich bis zum Ende durchhalte.

Rez.: Maschen Poesie

wpid-img_20140711_1026042.jpg.jpegSchon vor einigen Wochen ist mir dieses Buch von Helga Isager im lokalen Buchladen in die Hände gefallen. Ich blätterte und blätterte und fand es einfach nur schön. Die Strickmodelle sind toll, aber die Aufmachung des Buches ist einfach atemberaubend. Ich bin sonst nicht so ein Fan von Bildbänden, aber dieses Buch könnte ich immer wieder durchblättern. Nach ein paar Wochen Bedenkzeit hab ich mir das Buch jetzt endlich gekauft – um die 25 € kostet das Buch und ist daher schon etwas preisintensiver, ist aber auch vom Papier und Layout wirklich gut durchdacht und es daher auch wert. Ausschlaggebend war letztlich, dass ich die Mittens Ginger aus dem Buch aus der Restwolle Alpaca Fino (von Pascuali) für den Owl-Pullover stricken will. Ich werde vermutlich genügend übrig haben und das melierte grau passt sicher schön zum Design der Mittens. Und es gibt ganz viele andere der insgesamt 24 Modelle, die ich auf jeden Fall mal nachstricken will.

Das Buch gliedert sich in Modelle für Frühling, Sommer, Herbst und Winter und hat neben Damenpullovern, Mittens, Tüchern auch ein paar bezaubernde Kindersachen zu bieten. In jedem Kapitel werden zunächst die Strickstücke wunderbar in Szene gesetzt, bevor dann die Anleitungen folgen, mit kleineren Fotos und Zeichnung.

Der Stil ist natürlich nicht jedermanns/fraus Sache, ich persönlich mag diesen ländlichen Stil sehr gern. Die Strickstücke sind schlicht aber mit tollen Details, die sie besonders machen.

Hilfreich ist zudem, dass die Modelle alle mit Isager-Wolle (von Marianne Isager, der Mutter der Buchautorin Helga Isager, wenn ich das richtig verstanden habe) gestrickt sind. Man kann die Stücke daher richtig gut nacharbeiten, was für Anfänger_innen sicher ein wichtiger Aspekt ist. Ich bin zur Zeit sehr fixiert auf tierfreundlich und fair produzierte Wolle und habe bei der Isager-Wolle noch nichts dazu herausgefunden und sie daher noch nicht ausprobiert.

Bei Ravelry findet ihr übrigens die Modelle mit den Fotos nur in der schwedischen Ausgabe des Buches Finstickat. Nachtrag: Betriebsurlaub bedeutet auch wieder etwas mehr Internet-Zeit, ich habe mich als volunteer editor bei Ravelry versucht und jetzt gibt es auch das deutsche Buch Maschen Poesie dort. 

Rez.: Das geheime Spiel

wpid-img_20140412_111723.jpg„Das geheime Spiel“ ist Kate Mortons Debütroman. Vor schon etwas längerer Zeit hatte ich ihren zweiten Roman „Der verborgene Garten“ gelesen und war ganz begeistert vom Stil und von der Geschichte. Daher landeten all ihre anderen Romane auf meiner To-Read-Liste.

Nun also „Das geheime Spiel“. Wieder, oder besser: auch schon hier blickt die Leserin hinter die Kulissen eines Adelshauses in Großbritannien. Sehr klug wird die Geschichte aus Sicht von Grace, einem Hausmädchen, erzählt. Mich hat das Buch gerade in der ersten Hälfte sehr an die Serie „Downton Abbey“ erinnert. Wer die Serie mag, wird den Roman daher sicher auch zu schätzen wissen.

Die Ich-Erzählerin Grace wechselt häufig die Zeiten: Zum einen erleben wir Grace als alte Frau, zum anderen erinnert sie sich an die Zeit als junges Mädchen und nimmt uns mit in diese erinnerte Welt. Dabei werden immer wieder Andeutungen gemacht und die Leserin versucht die Puzzleteile zusammen zu tragen, um das Gesamtbild zu sehen. Dabei geht es zunächst gar nicht konkret um Grace, sondern um die Geschichte von Hannah. Die Geschichte spielt zu mehreren Zeiten: kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges bis in die späten 1920er Jahre und gleichzeitig in der Jetzt-Zeit, Ende der 1990er Jahre, aus deren Perspektive die gesamte Geschichte erzählt wird.

Neben dem Haupt-Plot um Hannah erfährt man auch einiges über Grace selber, die in die tragische Geschichte verwoben ist. Das Leben der beiden Mädchen und später Frauen kann unterschiedlicher kaum sein und doch erkennt man zum Schluss einige Parallelen. Allerdings lassen die ganzen Zeitsprünge und unterschiedlichen Nebenplots das Buch ganz schön anschwellen (682 Seiten) und es ist öfter nicht klar, warum beispielsweise die Geschichte von Graces Enkel auch noch hinein gesponnen wird. Am Ende macht das Sinn, daher ermutige ich jede, es einfach hinzunehmen und zu Ende zu lesen.

Denn auch wenn ich „Der verborgene Garten“ handwerklich und erzählerisch besser finde, ist „Das geheime Spiel“ ein wunderbarer Roman, und man sieht wie die Autorin sich vom ersten zum zweiten Roman nochmal gesteigert hat. Ich bin sehr gespannt auf die weiteren Romane, ob sie ebenfalls die Themen Familiengeheimnisse, Frauenschicksale und Erinnerungen aufgreifen.

PS: Mäxchen hat übrigens beim Fotografieren des Buchs ganz dolle mitgeholfen! 😉

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Rez.: Around the world in knitted socks

Anke von Aran Knitting hat letztens davon berichtet, dass sie sich schnell noch das Buch „Socken aus aller Welt“ von Stephanie van der Linden gekauft hat, bevor das Buch aus dem Sortiment genommen wird. Bei mir sind alle Alarmglocken losgegangen, weil das Buch schon seit langem auf meiner Wunschliste steht. Ich habe also mal das Internet durchforstet und bin bei Ebay fündig geworden. (Wir versuchen zur Zeit soweit es geht Amazon aufgrund seiner schlechten Arbeitsbedingungen zu meiden.) Für insgesamt nicht mal 12 Euro habe ich das ’neuwertige‘ Buch – wurde also schonmal gelesen, sieht aber noch neu aus – bestellt. Und zwar habe ich mich für die englischsprachige Version entschieden. Das hat gar keinen besonderen Grund, außer, dass ich gerne nach englischen Anleitungen stricke, weil ich manche Abkürzungen eingängiger finde. Englisch ist eine sehr effiziente Sprache, finde ich.

Jedenfalls ist heute das Buch endlich aus den USA angekommen. Und es ist einfach schön! Es ist ein Softcover-Buch von Interweave, die einigen StrickerInnen vielleicht bekannt sind. Auf 143 Seiten werden 26 Sockendesigns vorgestellt sowie die benötigten Techniken. Wie der Titel schon sagt, handelt es sich um eine Reise um die Welt, das heißt, dass jede Anleitung von einem Land und den dortigen Stricktechniken bzw. -designs inspiriert wurde. Das Buch ist dadurch eine tolle Fundgrube für verschiedene Stile und Richtungen. Die Anleitungen reichen dabei von einfarbigen Lace-Socken bis hin zu kompliziert aussehenden mehrfarbigen Designs. (Einen Einblick in das Buch gibt es hier.) Ich hab mich sofort in die Classic Kilim (Türkei) verliebt und werde diese Socken wohl als erstes anschlagen, allerdings mit zwei unifarbenen Garnen und nicht wie vorgeschlagen mit einem mehrfarbigen.

Alle Socken im Buch sind mit Regia-Garnen gestrickt, was sicher schön ist, weil man die Socken so sehr genau nachstricken kann. Da ich aber zur Zeit versuche bewusster darauf zu achten, woher bestimmte Dinge in meinem Leben kommen und ob sie tierfreundlich und fair hergestellt wurden, meide ich die Marken, bei denen mir nicht klar ist, ob das der Fall ist. Daher wird ersteinmal der Stash aufgebraucht und wenn neue Wolle angeschafft werden muss, gibt es mittlerweile ja schon die ein oder andere Marke, die auf eine faire und tierfreundliche Produktion achtet. (Ich hab die Linkliste dazu gerade auch mal aktualisiert.)

Zunächst sind noch ein paar Handschuhe zu stricken, die aber wohl etwas brauchen, weil der Schaft ziemlich lang werden soll. Dann geht es aber sofort an die Socken! Ich freu mich schon drauf!

Rez.: Sein letztes Opfer

Sein letztes OpferIch lese den Klappentext auf Büchern eher selten wirklich, weil mir häufig zu viel verraten wird. Und ich hasse Spoiler! Auf das Buch „Sein letztes Opfer“ von Karen Robards (Mira-Verlaghabe ich mich daher über die Rezensionsplattform Blogg-dein-Buch eher blind beworben und war dementsprechend überrascht, als in dem ansonsten klassischen Thriller übernatürliche Geschehnisse den gang der Geschichte beeinflussten. 

Doch zunächst eine inhaltliche Einordnung. Charlie Stone ist anerkannte Psychiaterin, die sich in ihren Forschung damit beschäftigt, warum Menschen zu Serienmördern werden. Dafür arbeitet sie sozusagen im Feld in einem Gefängnis und interviewt und testet überführte und verurteilte Serienmörder. Eines Tages taucht das FBI auf und bittet sie um Hilfe, denn als Jugendliche war Charlie selbst fast Opfer eines Serienmörders geworden, der allerdings nie geschnappt wurde. Und dann wird es übernatürlich, denn Charlie hat eine ‚Gabe‘, die den Ermittlungen äußerst zuträglich sind.

Der Thriller ist sehr gut geschrieben und man ist gleich mit Kapitel 1 direkt im Geschehen. Dabei sind die Beschreibungen deutlich, aber auch nicht zu blutig. Auch die Dreiecks-Liebesgeschichte gibt sowohl den Charakteren als auch der Story eine schöne Tiefe, wobei ich gut auf die expliziten Liebes-Szenen hätte verzichten können. Ungefähr im letzten Drittel nimmt mir dieser Strang der Geschichte etwas zuviel Platz ein, und stellt Charlie als ziemlich hormongesteuert dar. Die Auflösung der Morde kommt daher auch etwas abrupt, zumindest kam es mir so vor. Das ganze Buch hinweg wird der Fall von Michael Garland, einer der von Charlies Probanden, immer wieder angesprochen, um am Ende doch nicht aufgelöst zu werden. Gibt es eine Fortsetzung damit oder sollte es ein ‚offenes Ende‘ haben. Ich bin einfach zu neugierig und würde gern wissen wie der Mann verurteilt wurde und warum er immer noch seine Unschuld beteuert.

Mit 332 Seiten vergleichsweiser kleiner Schrift braucht das Buch ein wenig Zeit für eine Langsamleserin wie mich. Dennoch geht es recht schnell, was auch der Sprache zuzurechnen ist. 8,99€ für das Taschenbuch ist ein angemessener Preis.

Fazit: Nichts für sensible Mägen. Auch sollte man sich überlegen, ob man diese übernatürliche Geschichte vor dem Schlafengehen lesen will.

Rez.: Was sie nicht weiß

Was sie nicht weißÜber die Rezensionsplattform Blogg dein Buch habe ich wieder ein Rezensionsexemplar eines Buches erhalten: Was sie nicht weiß von Simone van der Vlugt, erschienen im Diana Verlag.

Zur Zeit bin ich auf einem Krimi-Trip, daher habe ich mich gefreut den Thriller, der in den Niederlanden spielt, lesen und rezensieren zu dürfen. Hauptfigur ist die Kriminalpolizistin Lois Elzinga, die offensichtlich auch in anderen Büchern der Autorin Fälle aufklärt. Nachdem an einem See eine Leiche gefunden wird, ist ziemlich schnell klar, dass es sich um ein sehr persönliches Motiv handeln muss, da die Leiche sehr – sagen wir – eigentümlich zugerichtet wurde. Lois und ihr Kollege folgen einer Spur zu einer Frau namens Tamara. Viel mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht schreiben.

Auch wenn es sich nicht um den ersten Fall von Lois Elzinga handelt, fehlt einem überhaupt nichts, wenn man die Bücher vorher nicht gelesen hat. Gerade der Einstieg in das Buch ist sehr gut gelungen, da man sich sofort mit der Hauptfigur und ihren Motivationen und Problemen identifizieren kann. Auch die Motivation der Mörderin wird durch kleine Kapitel schön dargestellt. Leider, leider, leider war mir aber ungefähr zur Mitte des Buches klar, wer die Mörderin ist und warum sie mordet. Das ist sehr sehr schade, weil die Autorin augenscheinlich gut recherchiert und profund ihre Mörderin entwickelt hat. Zum Schluss gibt es zwar noch einen kleinen Überraschungsmoment, aber rausreißen tut er leider nicht mehr, dass man fast auf jeder Seite Lois mit der Nase drauf stupsen will.

Außerdem: Zwischendurch habe ich ernsthaft überlegt, dass ich das Buch nicht weiterlese, wenn noch einmal jemand sag „Komm, lass uns aufs Revier fahren und schauen ob die Kollegen weitergekommen sind.“. Im ersten Drittel kommt dieser Satz gefühlt auf jeder dritten Seite und hat mich echt genervt. Man muss echt nicht jedes Mal die gleiche Formulierung verwenden!

Ansonsten ist das Buch eigentlich gut geschrieben, die Kapitel sind schön kurz und es ist nicht zu kompliziert oder zu blutig und daher ein schöner Zeitvertreib. Ganz positiv will ich das Cover herausheben. Ich bewerte Umschlagsgestaltung eigentlich nicht so gern, weil das oft Geschmackssache ist und oft wenig darüber aussagt, ob es sich um ein gutes Buch handelt oder nicht. Aber dieses Cover finde ich richtig schön und passend.

Fazit: Eigentlich ein gut gemachter Krimi, der aber leider zu früh preisgibt, wer für die Morde verantwortlich ist. 

Rez.: Schatten über Allerby

Schatten über Allerby

Schatten über Allerby ist der dritte Teil der Cornwall-Krimi-Reihe von Rebecca Michèle.  Da mir das Buch freundlicherweise über die Rezensionsplattform Blogg dein Buch vom Goldfinch Verlag zur Verfügung gestellt wurde, kenne ich die beiden ersten Teile leider nicht. Das macht aber überhaupt nichts, denn die Hinweise auf die vorherigen Fälle regen eher dazu an, wissen zu wollen was da denn genau passiert ist.

Alles dreht sich um Mabel  Clarence, die in guter alter Miss Marple Manier einen Tod aufklären will. Sie glaubt nicht an einen Selbstmord, als sie vom Tod der jungen Lady Michele Carter-Jones hört und schleicht sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in das Anwesen der Carter-Jonses, Allerby House, und versucht die Geheimnisse, die sich um den Tod von Lady Michelle ranken, ans Licht zu bringen.

Mit 320 Seiten ist das Buch ein klassisches Taschenbuch, dass man gut bspw. auf Reisen mitnehmen kann. Auch sprachlich ist der Geschichte leicht zu folgen, auch wenn an zwei drei Stellen mal ein sperriger Satz dabei ist. Und das wichtigste: Story und  Personen sind wunderbar ausgearbeitet. Da gibt es die Hauptfigur Miss Mabel, die eindeutig – und das sagt das Buch selbst – an Miss Marple angelehnt ist. Es brauchte einen Moment, um festzustellen, dass die Geschichte in der Gegenwart spielt. Doch gerade dieses Spannungsfeld zwischen klassischem Krimi-Ambiente und moderner Technik macht die Geschichte lebendig. Mabels Freund Viktor Daniels unterstützt sie, ist dabei aber auch kritisch und seine kauzige, brummelige Art macht ihn zu einem liebenswerten Charakter. Eingebettet ist das ganze in die wunderschöne Landschaft Cornwalls.

Fazit: Schöner, leicht zu lesender Krimi, der zum Mitdenken anregt. Den auf der Verlagsseite angegebene Preis von 12,95€ finde ich in Ordnung, auch wenn ich schon dickere Taschenbücher für nur 9,99€ gesehen habe.Ich will gar nicht zuviel von der Geschichte erzählen, da das sonst ja die Spannung – gerade bei einem Krimi – nimmt. Nur soviel: Für mich war beim Lesen nichts vorhersehbar. Einige Dinge konnte ich mir denken, aber die Motivlage blieb weiterhin unklar, so dass es wirklich spannend war, die Geschichte weiter zu lesen und zusammen mit Miss Mabel zu überlegen, was hinter dem Tod von Lady Michelle steckt. Die Anmerkungen zu den beiden vorherigen Fällen machten neugierig darauf zu erfahren, was Miss Mabel mit Viktor schon erlebt hat und warum Polizeiinspektor Warden so genervt auf Miss Mabel reagiert.

Rez.: Vorsicht Geheimwissen

Bevor es mit der eigentlichen Rezension losgeht, möchte ich kurz schreiben, wie ich zu dem Buch gekommen bin. Über die Homepage Blogg dein Buch kann man sich für die Rezension eines Buches bewerben. Ich hatte gleich bei meiner ersten Bewerbung Glück und darf daher das Buch Vorsicht Geheimwissen. 111 Dinge, die du getan haben solltest, bevor du 13 bist rezensieren, das mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt wurde (www.wissenmedia.de). Auf der Verlagsseite kann übrigens in das Buch hineingeblättert werden.

Wie der Titel schon sagt, werden 111 (ich habe nicht nachgezählt) Dinge beschrieben, die für Kinder bis 13 Jahren geeignet sein sollen, um Langeweile vorzubeugen. Das reicht von einfachen Dingen, wie Rezepten für verschiedene Shakes bis zu schwierigen Dingen, wie der Anleitung ein Baumhaus zu bauen. Jeder der Vorschläge wird dabei auf zwei Seiten abgehandelt, die in Scrapbook-Manier gelayoutet sind: ausgeschnittene Zettel mit kleineren Tipps, die aussehen als seien sie mit Klebeband eingeklebt. Der gesamte Hintergrund ist wie ein Notizheft aufgebaut. Das sieht echt schön aus, daher finde ich es schade, dass kein Platz für eigene Notizen gelassen wurde. Die Bilder im Buch sind stark bearbeitet, was schick aussieht, bei der Frage „Welche Pilze sind essbar“ oder der Pflanzenbestimmung aber nicht sehr sinnvoll ist. Der Tipp, nur Pilze zu sammeln, die man kennt, ist zwar richtig, hier hätte ich aber eine ausführlichere Liste mit realgetreuen Bildern bevorzugt. Auch die Bilder, auf der Knoten und Nähstiche gezeigt werden sind, sehen zwar gut aus, ich kann mir aber vorstellen, dass sie mehr verwirren als eine Hilfe sind.

Bemerkenswert ist die Bandbreite des Buches. Neben dem klassischen Morsealphabet und Ideen für Geheimschrift gibt es auch kleinere Zaubertricks, die gut bei schlechtem Wetter drinnen ausprobiert werden können. Dazu kommen Ideen für draußen, wie das erstellen eines Naturtagebuches oder auch das Übernachten in einem Biwak. Nicht so angetan war ich von den Ausreden, die mir doch etwas plump daher kamen. Auch bin ich skeptisch, ob alle Eltern sich freuen werden, dass ihre Tochter auf zwei Seiten lernt, wie sie sich am besten schminkt. Man bedenke: Das Buch ist für Kinder ab 8 Jahren gedacht.

Alles in allem bietet das Buch viele Anregungen um dem Nachwuchs Vorschläge zu machen, wie man sich die Zeit an langweiligen Wochenenden oder Ferientagen vertreiben kann. Da jeder Tipp aber nur auf zwei Seiten recht kurz genannt wird, ist das Buch eher eine Fundgrube, um sich eine erste Idee zu holen. Das reicht sicherlich aus, Eltern sollten aber wissen, dass das Buch nicht zwingend eine Alleinbeschäftigung befördert. Vielmehr kann das Buch genutzt werden, um mit den Kindern zusammen die vorgeschlagenen Dinge zu machen und dabei Sachen zu erklären. Die Idee das Inhaltsverzeichnis als Liste zum Abhaken zu machen, passt zur Idee, dass man die 111 Dinge des Buches irgendwann gemacht haben sollte. Genau hier bin ich aber prinzipiell anderer Meinung. Man kann sicherlich viele Ideen aus dem Buch ausprobieren, man MUSS aber nicht alles gemacht haben.

Mein Fazit: Sehr schön aufgemachtes Buch mit vielen Ideen, die für meinen Geschmack aber jeweils etwas zu kurz abgehandelt werden. Aber: Schöne Fundgrube und Ideengeber für Eltern. Für 16,99€ ist der Preis für das Hardcover-Buch angemessen.

Ich habe beim Durchstöbern des Buches immer an meine Nichte gedacht, die zwar noch zu jung für das Buch ist – sie ist gerade in die erste Klasse gekommen –, die das Rezensionsexemplar aber irgendwann in den nächsten Jahren von mir bekommen wird.