Hörbuch-Empfehlungen

Stricken und Hörbücher – das passt einfach gut zusammen. Während man einfache oder auch etwas kompliziertere Strickstücke herstellt, kann man wunderbar nebenbei Geschichten folgen. Heute möchte ich euch ein paar Hörbücher empfehlen, die nicht nur einfach gut waren, sondern auch in der Strickwelt spielen. Denn, was passt besser zum Stricken als dabei einem Hörbuch zu lauschen, in dem es ums Stricken geht?!

Ich bin zur Zeit etwas gehandicapt: Ich kann/darf gerade nicht stricken/spinnen, weil ich durch Wassereinlagerungen jetzt am Ende der Schwangerschaft wahrschienlich das Karpaltunnelsyndrom in beiden Handgelenken habe. Nicht schön, sondern schmerzhaft. Handarbeiten jeglicher Art sind also im Moment nicht drin, was meiner Stimmung nicht gerade zuträglich ist. Da ich es aber eben nicht ganz ohne Handarbeiten aushalte, dachte ich mir, ich lasse euch an Hörbüchern teilhaben, die mit Handarbeiten zu tun haben und die mir ans Herz gewachsen sind.

Disclaimer: Bei den vorgestellten Hörbüchern handelt es sich um die englisch-sprachigen Hörbücher, die ich über die Audible-App höre. Ich habe nicht recherchiert, ob bzw. wann deutschsprachige Vertonungen erscheinen. 


The Yarn Whisperer

Autorin Clara Parkes, die einigen von euch vielleicht von knittersreview.com bekannt ist, kennt sich mit Stricken und Wolle ziemlich aus. Sie hat die Kompendien „The Knitters Book of Wool“, „The Knitters Book of Yarn“ und „The Knitters Book of Socks“ veröffentlicht und teilt ihr Wissen zu Fasern und Garnen u.a. auch in Craftsy-Kursen, die ich sehr empfehlen kann.

The Yarn Whisperer ist ihr erstes Buch, das sich außerhalb der typischen Strickbücher befindet, aber trotzdem mit Stricken und Co. zu tun hat. In 22 Kapiteln/Essays beschreibt Clara Episoden aus ihrem Leben, die alle irgendwie mit Handarbeiten zu tun haben und im Vokabular von uns Stricker_innen formuliert sind.

Ein wunderbares, kurzweiliges Buch, das noch mehr gewinnt, da es von der Autorin selbst (und ebenfalls ganz wunderbar!) gelesen wird.

Knitlandia

Knitlandia ist sozusagen die Fortsetzung von Yarn Whisperer. Clara Parkes erzählt auch hier aus ihrem Wolligen Leben. In diesem Buch nimmt sie uns auf eine Weltreise zu den unterschiedlichsten Wollfesten und Wollläden. Man lernt die Besonderheiten kennen und ich für meinen Teil habe nach dem Hören beschlossen, dass ich unbedingt einmal nach Island auf eine Strickreise muss. (Tatsächlich war die Reise schon so gut wie geplant für dieses Jahr, dann hat sich aber unser kleines großes Abenteuer „wir werden Eltern“angekündigt und so muss die Reise noch ein bisschen auf sich warten.)

Die Geschichten sind sehr inspirierend und es macht Spaß, Clara bei ihren Reisen zu folgen. Die Stricker_innen-Community ist eine wunderbare, offene und ich bin froh, auch dazu zu gehören.

Auch dieses Buch liest Clara wieder selbst. Es ist nicht nur nett, dass die Autorin ihre Geschichte(n) selbst vorliest, Clara hat, finde ich, eine tolle Stimme und es wirkt irgendwie noch authentischer die Geschichten aus ihrem Mund zu hören.

Seaside Knitters Series

Sally Goldenbaums Krimi-Serie spielt in einem kleinen Fischerdorf am Meer in Massachusetts. Zentrum ist eine Gruppe Strickerinnen, denen man nicht nur dabei über die Schulter schaut, wie sie Garne und Strickanleitungen im lokalen Garnladen aussuchen, sondern auch, wie sie Morde und Geheimnisse im idyllischen Sea Harbor aufklären.

Ein bisschen erinnern mich die Figuren und die Geschichten an Miss Marple, nur dass eben nicht nur eine kluge Frau die Morde aufklärt, sondern die Frauengruppe hier zusammen die Puzzleteile zusammensuchen – und nebenbei Mützen, Schals und Cardigans stricken.

Die Figuren sind alle mit glaubwürdigen Hintergründen und Motiven ausgestattet, die Beziehungen untereinander werden schön herausgearbeitet und die Morde sind nicht offensichtlich – man überlegt mit wer und warum der Mörder ist und verfolgt gespannt, wie die Seaside Knitters das Puzzle langsam zusammensetzen und den Mörder entlarven.

Ich mag Krimis sowieso gern und diese Reihe hat es mir besonders angetan und ich empfehle jeder/jedem Stricker_in zumindest mal reinzuhören, wenn ihr etwas für Krimis übrig habt. Auch hier wird wieder deutlich wie wunderbar die Strick-Community ist. Besondere Highlghts sind für mich, wenn ein Garn, eine Zeitschrift, die ich selbst kenne, in dem Buch kurz erwähnt wird. Das sind kleine Easter-Eggs, mit denen sicher nur Stricker_innen etwas anfangen können, die aber sehr subtil und passend eingeflochten werden.

Gelesen werden die Bücher von Julie McKay, die durch den Einsatz ihrer wunderbaren Stimme jeder Figur Leben einhaucht. Es macht einfach Spaß, ihr zuzuhören.

Ich höre zur Zeit den dritten Teil der Reihe. Insgesamt sind 11 Teile erschienen, der 12. Band wird noch in diesem Jahr veröffentlicht.


Vielleicht stößt das ein oder andere Hörbuch bei euch auf Interesse – das würde mich sehr freuen! Mich würde aber auch interessieren, welche Hörbücher, die vielleicht auch irgendwie etwas mit Handarbeiten zu tun haben, ihr gut findet und ihr empfehlen würdet!

Rez.: Jane Austen "Mansfield Park"

Beim Stöbern in der Audible-Bibliothek bin ich letztes Jahr irgendwann auf „Mansfield Park“ von Jane Austen gestoßen. Ich liebe die Filme „Pride and Prejudice“ (2005 mit Keira Knightley) und „Persuasion“ (2007). Als ich dann das Hörspiel „Mansfield Park“ mit  Benedict Cumberbatch („Sherlock“) und David Tennant („Doctor Who“, „Broadchurch“) sah, musste ich es einfach hören. Logischerweise ist das Hörspiel englischsprachig.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Fanny Price wird zu ihren Verwandten geschickt, um dort aufzuwachsen. Für das junge Mädchen ist es nicht einfach, doch ihre Freundschaft mit Edmund macht es ihr einfacher – bis er sich in eine andere verliebt.

Ich will gar keine Literaturanalyse und literarische Einschätzung von Jane Austens Werken hier geben. Dafür sind andere viel besser geeignet. Ich persönlich fand „Mansfield Park“ nicht so stark wie „Pride & Prejudice“ oder „Persuasion“. Der Konflikt ist zwar da, aber deutlich schwächer als es mir bei den beiden anderen Geschichten vorkommt. Doch es hat Spaß gemacht die Geschichte zu hören. Ganz begeistert bin ich (obwohl es kaum möglich erschien, weil ich eh schon ein begeisterter Fan bin) von David Tennant, der in der Nebenrolle als Tom glänzt. Sein laxer Ausdruck lässt die Figur sehr real wirken, während alle anderen im Kontrast dazu steif klingen. Gerade, wenn man die Klassiker gern lesen möchte, aber irgendwie noch keinen richtigen Zugang gefunden hat, sind Hörbücher ein guter Einstieg finde ich. In der Originalsprache mit britischem Akzent und als Hörspiel ist dieser Klassiker jedenfalls wirklich hörenswert.

Rez.: Kerstin Gier Silber-Trilogie

Nachdem ich letztens die Edelstein-Trilogie von Kerstin Gier rezensiert habe, ist nun die Silber-Trilogie dran. Auch diese Bücher von Kerstin Gier habe ich als Hörbücher gehört, gelesen von Simona Pahl.

Als Liv Silber komische Träume hat, in denen sie unter anderem ihren neuen Stiefbruder und seine Freunde trifft, denkt sie sich erst einmal nichts dabei. Erst als ihr klar wird, dass irgendetwas mit diesen Träumen nicht stimmt, sie zu real sind um einfache Träume zu sein, wird ihr unheimlich zumute.

Auch diese Reihe von Kerstin Gier ist eine Fantasy-Geschichte mit drei Büchern. Wieder wird Witz und Humor eingesetzt, um den Figuren Leben einzuhauchen. Keine der Figuren kommt platt daher, selbst die Nebencharaktere sind mit Motivationen ausgestattet, die sie real wirken lassen. Ein besonderes Schmankerl (neben Lottis Vanillekipferl) sind die Blogbeiträge von Secrecy, die über ihre Mitschüler_innen und Lehrer_innen gleichsam schonungslos berichtet. Und natürlich gibt es auch hier wieder eine Liebesgeschichte zwischen der Hauptfigur und einem der Jungs. Kerstin Gier schafft es hier, klassische Themen des Erwachsenwerdens für eine junge Leserschaft neu aufzubereiten. Mit der Edelstein-Trilogie und der Silber-Trilogie schafft sie es zudem Fantasygeschichten in der realen Welt anzubinden. Fanatsy schreiben ist schon schwer genug, das ganze aber so zu schreiben, dass es in unserer realen Welt angedockt ist, ohne dass es aufgesetzt oder fehl am Platze erscheint, ist eine wirklich bemerkenswerte Leistung. Für mich liegt genau darin (neben den glaubwürdigen Charakteren) auch die Besonderheit von Giers Werken.

Rez.: Kerstin Gier Edelstein-Trilogie (Rubinrot, Saphirblau, Smaragdgrün)

Im letzten Jahr war ich viel unterwegs. Mit dem Zug und zweimal auch Langstrecken-Flüge. Außerdem stricke ich gern. Da ich nicht, wie bspw. Amy Herzog, stricken und gleichzeitig lesen kann, sind Hörbücher für mich zum einen unterwegs zum anderen aber auch Zuhause eine gute Möglichkeit um nebenbei meine Strickstücke weiter wachsen zu lassen. Aus dem entweder-oder ist ein als-auch geworden. Über Audible kann man sich einzelne Hörbücher kaufen oder ein Abo (9,95€ pro Monat) abschließen, bei dem ein Hörbuch pro Monat inklusive ist, jedes weitere Hörbuch kostet dann 9,95€. Bei sonst sehr hohen Preisen für Hörbücher lohnt sich das Abo für Vielhörer, zumal man nicht zwingend jeden Monat ein neues Hörbuch über das Abo kaufen muss, sondern sich das Guthaben auch aufheben kann.

Mein Lese-Geschmack ist ziemlich breit. Neben Klassikern, die ich seit meinem Germanistik-Studium liebe (z.B. mittelhochdeutsche aventiuren), liebe ich alles von Max Frisch, habe einen Faible für Vampirgeschichten (ja, ich habe die Twilight-Reihe verschlungen, davor habe ich als Jugendliche aber auch schon Anne Rices Vampirchroniken geliebt), und ich gebe zu, dass mich auch eine gut geschriebene Liebesgeschichte zum schmelzen bringen kann. Eine besondere Leidenschaft habe ich allerdings für Jugendromane. Um ganz ehrlich zu sein, hat es mit Harry Potter angefangen. Und zwar als Hörbuch. Ich fand den ganzen Hype übertrieben und wollte daher die Bücher gar nicht lesen bzw. hören. Mein damaliger Freund (und heutiger Ehemann) hat mich dann aber überredet doch wenigstens mal reinzuhören. Und ich bin dem Universum seit dem verfallen. Für meine Magisterarbeit habe ich mir Kinder- und Jugendbücher, die in der DDR auf dem Leseplan standen vorgenommen. Und bis heute fühle ich mich in Jugendromanen genauso wohl wie in „ernster“ Literatur.

Es gibt meiner Meinung nach wenige richtig gute Jugendromane und noch weniger gute Autor_innen. Eine Große ist natürlich Cornelia Funke, die mich mit ihrer Tintenwelt-Reihe einfach bezaubert hat. Kerstin Gier kommt mit ihrer Edelstein-Reihe nahe dran. Die Story ist natürlich eine ganz andere, zwar auch mit sehr fantasievollem Plot, geht es doch um Zeitreisen, aber eben nicht ganz so außerweltlich wie Funkes Universen.

Edelstein_TrilogieDie Edelstein-Trilogie ist die Geschichte von Gwendolyn, die unerwartet das Zeitreise-Gen geerbt hat und nun zusammen mit Gideon (ja, es gibt eine süße Liebesgeschichte) Zeitsprünge macht, um Aufgaben für die „Loge des Grafen von Saint Germain“ zu übernehmen. Gwendolyn ist von der Geheimnistuerei der Loge sehr genervt und versucht herauszufinden, was das ganze eigentlich auf sich hat.

Die ersten beiden Teile („Rubinrot“ und „Saphirblau“) sind als ungekürzte Fassungen (unabridged) bei Audible verfügbar. Gesprochen werden die Geschichten jeweils von Josefine Preuß und Maria Ehrich. Den dritten und letzten Teil („Smaragdgrün“) gibt es bei Audible in deutsch nur als gekürzte Fassung. Ich habe daher die dort ebenfalls erhältliche englischsprachige Fassung („Emerald Green“, gesprochen von Marisa Calin) gehört, weil diese ungekürzt war. Alle drei Teile sind sehr gut gesprochen. Jedes gute Buch kann durch eine_n schlechte_n Sprecher_in zu einer öden Geschichte verkommen, bei der man sich denkt, dass man es lieber selbst lesen wollen würde. Der Sprachwitz, mit dem Kerstin Gier ihre Geschichten erzählt, kommt durch die professionellen Sprecherinnen deutlich zum Vorschein. Es macht Freude, diesen Frauen zuzuhören und den Figuren mit Ausdruck in der Sprache Leben einzuhauchen.

Rez.:"Stricken für Kinder" von Marte Helgetun

Ich stricke gern für Kinder. Zum einen sind Kinderpullover vergleichsweise schnell gestrickt. Zum anderen dürfen Kindersachen auch gern mal etwas farbenfroher sein.  Über Blogg dein Buch habe ich heute die Möglichkeit euch ein Anleitungsbuch für Kindersachen vorstellen zu können.

Das Buch von Norwegerin Marte Helgetun, dass 2015 nun auch in Deutsch im Verlag Freies Geistesleben mit dem Titel „Stricken für Kinder. Charme in jeder Masche“ erschienen ist, beinhaltet auf 197 Seiten insgesamt 70 Anleitungen. Ein Großteil der Anleitungen sind Pullover und Kleider für Kinder, aber auch Taschen oder kleinere Accessoires sind dabei.

Die Kleidungsstücke finde ich allesamt sehr schön, weil zeitlos. Der Stil reicht dabei von verspielten Strickjacken zu robusten Seemannspullovern. Farblich sind die Modelle eher gedeckt mit naturfarbenen oder auch eher pastellfarbenen Garnen gestrickt, aber gerade bei der Garnauswahl kann man ja selbst sehr gut Einfluss nehmen. Besonders bemerkenswert ist die Breite der angegebenen Größen: Alle Kleidungstücke sind für vier Altersgrößen angegeben (1, 2, 4 und 6 Jahre für die „Großen“ sowie 3, 6, 9 und 12 Monate für die „Kleinen“), wobei zusätzlich auch jeweils  Oberweite, Länge und Ärmellänge angegeben sind.

Die Anleitungen sind schön übersichtlich dargestellt. Neben einem großen Foto gibt es jeweils am Rand der Anleitung eine Grafik des Strickstücks, an der mit Ziffern die Arbeitsschritte angegeben werden. Neben Größe und Maße wird zudem auf Material und Verbrauch, Zubehör, Nadeln und Maschenprobe und ggf. Strickschrift hingewiesen. Wie häufig üblich, wird beim Material auf eine bestimmte Wollmarke verwiesen (hier du store alpakka). Aufgrund der angegebenen Nadelstärke kann man sicherlich recht schnell herausfinden, ob bzw. welches andere Garn für das Strickstück in Frage kommt, ich fände eine Angabe der benötigten Lauflänge aber durchaus hilfreich, weil man mit der angegebenen Wollangabe in Gramm nicht viel anfangen kann, da jedes Garn doch ein bisschen anders ist.

Auf den ersten Blick wirken die Anleitungen sehr verständlich. Wenn notwendig wird an geeigneter Stelle auf das im Anhang befindliche Strick-ABC hingewiesen. Das Strick-ABC stellt Basics wie verschiedene Nadelarten sowie rechte und linke Maschen vor, erklärt zwei Anschlagsarten, Zu- und Abnahmen, Zöpfe, Knopflöcher usw. . Außerdem gibt es Hilfestellung bei fallen gelassenen Maschen und Garnwechsel. Weiterhin wird das Herstellen von Quasten bzw. Trotteln, Schnüren, Bändern und Kordeln beschrieben. Das Buch ist damit schön rund, weil man nicht zwingend noch eine Strickschule benötigt, um die Sachen daraus stricken zu können. Als Pendlerin, die gern und häufig im Zug strickt, finde ich es immer sehr gut, wenn ich direkt unterwegs etwas nachschlagen kann.

Außerdem gibt es im Anhang auch ein Häkel-ABC. Da einzelne Teile zum Schluss eine Häkel-Bordüre bekommen, macht dies sicherlich Sinn.  Etwas irritiert war ich, als ich beim Durchblättern 4 Häkel-Anleitungen entdeckt habe. Ich bin ganz ehrlich: Ich mag Bücher, die Strickanleitungen und Häkelanleitungen zusammen veröffentlichen einfach nicht. Ich bekomme mit Ach und Krach einen Picot-Rand hin, und mich ärgert es einfach, wenn ich eine tolle Decke in dem Buch sehe, die ich gern machen würde, mir aber einfach die Fertigkeiten dazu fehlen. Wer stricken kann, kann deshalb nicht gleich auch häkeln und anders herum!

Ein paar Worte möchte ich noch zu den Fotos in dem Buch verlieren: Sehr schön finde ich, dass sowohl Babys als auch größere Kinder im Buch zu finden sind. Das Buch ist damit ein rundum-Anleitungsbuch, mit dem man seine Kinder oder auch die von Freunden oder Verwandten  in jeder Altersstufe beglücken kann.

Das Hardcover Buch hat mit 19,90 € meiner Meinung nach ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Auch wenn nicht alle darin beinhalteten Anleitungen große Kleidungsstücke sind, sind doch sehr viele schöne Kleidungsstücke  dabei.

Rez.: spinn, Spindel, spinn

Irgendwann letztes Jahr bin ich beim Stöbern im Internet auf den Youtube-Kanal von Chantimanou gestoßen. In ihren Videos zeigt sie u.a. wie man mit der Handspindel spinnt. Um Ostern herum habe ich mir dann endlich einen Ruck gegeben und mir bei Chantimanou ein Anfänger-Set gekauft: eine Hadnspindel mit einem Kammzug süddeutscher Merinowolle. Mittlerweile bin ich dabei mein drittes Garn zu spinnen, es hat mich also voll erwischt. Grund genug, mir das in diesem Jahr erschienene Buch von Chantal-Manou Müller, so der gebürtige Name von Chantimanou, zu kaufen.

„spinn, Spindel, spinn“ ist ein Lehrbuch für den Umgang mit der Handspindel, das für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen Interessantes und Wissenswertes enthalten soll. Nach einer Einleitung gibt es eine kleine Faserlehre und eine Einführung in Handspindeln. Darin enthalten ist auch eine Anleitung zum Selberbauen von Handspindeln. Danach wird in Einzelkapiteln auf die verschiedenen Schritte des Spinnens mit der Handspindel eingegangen und Besonderheiten wie das Spinnen im kurzen und im langen Auszug oder das Farbenspinnen angesprochen. Den Abschluss bildet ein Kapitel zu Strickprojekten, das neben Hinweisen zur Planung von Projekten eine Anleitung für ein Spinnarmband enthält.

Um ehrlich zu sein, so richtig viel neues erfährt man in dem Buch nicht, wenn man schon die Videos von Chantimanou gesehen hat. Vielmehr wird das was in den Videos angesprochen und gezeigt wird in dem Buch sortiert und mit Fotos dargestellt. Für 15 € (Printversion)  ist das Buch ein preiswertes Kompendium, wenn man gerade mal fix was nachschlagen will und nicht in den Videos suchen möchte. Für mich persönlich hätte das Buch zum Spinnenlernen wahrscheinlich nicht gereicht. Das Sehen und Nachvollziehen in den Youtube-Videos hat mir beim Stricken- und Spinnenlernen unglaublich geholfen. Reiner Text und „eingefrorene“ Bilder reichen mir persönlich nicht aus. Vermutlich bin ich deshalb auch ein großer Fan von eliZZZaCraftsy und eben Chantimanou.

Neben der Printversion (15 €) gibt es das Buch auch als kindle-Ebook für 7,99 €, hier kann man einen Blick in das Buch werfen.

Rez.: Reckless – Das goldene Garn

wpid-dsc_001722.jpg.jpegDer dritte Teil der Spiegelwelt-Reihe von Cornelia Funke, „Reckless – Das goldene Garn“, führt uns auf die nächste âventiure. Diesmal erfahren wir mehr über die osteuropäische Märchenwelt, wir lernen mehr über Will und Jacobs Mutter und finden die Herkunft des Spiegels, der das Portal zwischen den Welten markiert, heraus. Außerdem wird das Verhältnis zwischen Jacob und Fuchs komplizierter und wir treffen Will und Jacobs Vater wieder.
Grundsätzlich lebt die Geschichte von den (komplizierten) Beziehungen von Jacob. Das Setting – die Märchenwelt – ist dabei eher der Rahmen. Obwohl ich auch den dritten Teil für mich in Rekordzeit gelesen habe, muss ich doch sagen, dass mir die Märchenwelt doch ein wenig zu kurz gekommen ist. Ich mag es, fantastische Welten zu entdecken. Offensichtlich plant Funke schon im Voraus, denn ein paar Dinge sind eindeutig für spätere Erzähl-Stränge gedacht. Ich bin gespannt, ob diese tatsächlich schon hier notwendig waren, denn ich finde diese ganzen Erzähl-Fäden (no pun intended) ehrlich gesagt ein bisschen undurchsichtig. Zum Ende des Buches geht dann aber alles überraschend schnell, was mich ein bisschen hilflos zurück gelassen hat.
Alles in allem wieder ein gutes Buch von Cornelia Funke, mit ein paar Mankos. Ich bin gespannt, in welche Märchenkultur es als nächstes geht. Dann hoffentlich ein bisschen tiefer gehend und mit weniger Plot-Strängen.

Rez.: Der Teufel steckt im ICE

ICEGelegentlich bin ich nach der Arbeit schon etwas früher am Bahnhof und schlendere gern durch die Buchhandlungen. Als ich dieses Buch bei einem meiner Streifzüge entdeckte, musste ich einfach zugreifen: „Der Teufel steckt im ICE. Die abgefahrenen Erlebnisse einer Zugbegleiterin“ von Juliane Zimmermann.

Als Berufspendlerin, die sechs Fahrten die Woche in Intercity-Express-Zügen verbringt, höre und sehe ich schon einiges. Dass ein_e Zugbegleiter_in noch mehr erlebt und daraus ein Buch macht, war sicherlich nur eine Frage der Zeit. Die Geschichten, die Zugbegleiterin Juliane Zimmermann aus ihrem Alltag erzählt, sind alle irgendwie lustig, traurig oder machen nachdenklich. Verbunden durch die persönliche Geschichte der Autorin bekommen die Episoden dabei einen Zusammenhang. Juliane Zimmermann ist dabei ein Pseudonym, wobei ich mich gefragt habe, ob nicht zumindest die direkten Kolleginnen und Kollegen die Geschichten und Personen wiedererkennen würden.

Leicht zu lesen und kurzweilig ist das ein gutes Buch, um seine Stunden auf den ICE-Strecken in Deutschland zu verbringen. Besonders die jedem Kapitel vorangestellten „Ansagen“ fand ich amüsant, weil sie in ihrer Überspitztheit schonungslos ehrlich sind.

Übrigens kann man nicht nur den Teufel im ICE kennen lernen, sondern auch Jesus, aber dafür müsst ihr das Buch schon selbst lesen…

Bücher 2015

BücherstapelDer aktuelle Bücherstapel ist gestern etwas angewachsen. Der dritte Teil der Reckless-Reihe von Cornelia Funke „Das goldene Garn“ ist gerade frisch erschienen, und da ich demnächst eine Woche Urlaub und darin vermutlich zwei etwas längere Zugfahrten vor mir habe, ist der Band gestern mit mir nach Hause gewandert. Ich bin schon sehr gespannt, wie die Geschichte um die beiden Brüder in der Märchenwelt weiter gehen wird.

Auf dem Nachttisch liegen bei mir zur Zeit zwei Bücher. „Grenzgang“ von Stephan Thome war ein Geschenk zur erfolgreichen Verteidigung meiner Doktorarbeit. Aber irgendwie bin ich noch nicht richtig warm mit dem Buch geworden, daher habe ich ersteinmal angefangen „And the mountains echoed“ von Khaled Hosseini zu lesen. „Drachenläufer“ von Hosseini habe ich irgendwann mal geschenkt bekommen und war so begeistert, dass ich bald danach „Tausend strahlende Sonnen“ gelesen habe. Dass ich das neue Buch von Hosseini lesen würde, war für mich also gesetzt. Ich werde sicher darüber hier berichten, wenn ich es durchgelesen habe. Daher nur soviel vorab: Das Buch kann es mit dem Erfolg von „Drachenläufer“ durchaus aufnehmen!

Im Zug brauche ich natürlich auch immer Lesestoff, zur Zeit ist das „Dear Life“ von Alice Munro, ein Band mit Kurzgeschichten, das ich zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Sehr feinsinnig und melancholisch. Außerdem bin ich vor ein paar Tagen auf „Der Teufel steckt im ICE“ von Juliane Zimmermann bei Stöbern in der Bahnhofsbuchhandlung gestoßen und hab es kurzer Hand mitgenommen. Sehr amüsant und schnell zu lesen – das genaue Gegenteil zu „Dear Life“ und daher eine gute Alternative, wenn mir der Kopf vom Arbeitstag schwirrt.

„Sonntage im August“ von Patrick Modiano war ebenfalls ein Geburtstagsgeschenk und wird nach „Dear Life“ mein Zug-Buch werden. Ich habe noch gar nicht reingeschaut und lasse mich überraschen!

So und dann gibt es noch was besonderes: „Liebe auf den ersten Stich“ von Tilly Walnes. Nachdem ich die Rezension des Buches bei Amberlight label gelesen hatte, war klar, dass dieses Buch irgendwann bei mir einziehen würde. Sie spricht davon, dass „man nicht nur eine Nähschule in der Hand [hält] sondern gleich ein ganzes Kompendium zum Nähhobby“ – genau das richtige für mich! Als ich für „Reckless – Das goldene Garn“ auf die Pirsch gegangen bin, habe ich spaßeshalber mal in das Handarbeitsregal meines lokalen Bücher-Dealers geschaut und tatsächlich: sie hatten das Buch. Also erstmal gemütlich in einen der Lese-Sessel gepflanzt und geblättert. Nicht nur mag ich den Stil des Buches, sondern auch den Stil der Modelle. Ich würde jedes sofort anziehen wollen. Eine Arbeitskollegin hat gerade einen Nähkurs hinter sich und zu recht mit stolz einen selbstgenähten Rock und ein Oberteil präsentiert. Seit dem kribbelt es mir auch wieder in den Fingern. Jetzt muss ich nur mal den Stoff-Stash prüfen, ob da schon was nettes dabei ist für eine Pyjama-Hose oder einen Rock, ansonsten muss ich in meinem Urlaub wohl mal Stoffe shoppen gehen …