fertiggesstrickt: Northmavine Hap

Ich bin eine ziemlich egoistische Strickerin. Mein Hobby ist – ich hoffe, meine Freunde und bekannte bestätigen das – so ziemlich der einzige Bereich, in dem ich egoistisch bin. Ich teile eigentlich gern und viel. Nur beim Stricken, ist das irgendwie anders. Ich stricke am liebsten für mich. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich weniger Prrozess-Strickerin sondern eher Produkt-Strickerin bin. Ich liebe es, meine fertigen Produkte zu tragen. Außerdem weiß ich sehr genau, dass Geschmack sehr unterschiedlich ist, und was ich toll und schön finde, mögen andere vielleicht nicht. Das ist auch vollkommen in Ordnung. Wenn man aber etwas in Handarbeit hestellt, dann steckt man ziemlich viel Zeit rein. Und ich würde es schade finden, wenn die Strickstücke, die ich herstelle, bei anderen Menschen nur in der Schublade liegen würden. Das sind die Gründe, warum ich eher selten für andere etwas stricke.

Zu jeder guten Regel gibt es Außnahmen. Meine Ausnahme ist meine beste Freundin. Wenn sie fragt, ob ich etwas für ihre Kinder stricken würde, dann lege ich los. Letztes Jahr hat sie zu ihrem Geburtstag Hufflepuff-Socken von mir bekommen und dieses Jahr ist ein Tuch für sie von den Nadeln gehüpft. Sie ist sehr „strickwürdig“ (knitworthy), was auch daran liegt, dass sie selbst häkelt und daher weiß, wieviel Arbeit und Liebe in einem Strickstück steckt. Dementsprechend hat sie sich sehr gefreut, als sie Ende Juni das Tuch geschenkt bekommen hat. Ich hoffe, sie ha viel Freude damit.

Die Anleitung zum Northmavine Hap stammt aus dem Buch „Colours of Shetland“ von Kate Davies. Eigentlich ist das Tuch in verschiedenen Farben gestreift, ich dachte aber, dass das Farbverlaufsgarn, dass ich letztes Jahr auf einem Mittelalterfest geauft habe auch sehr gut in dem Tuch wirken würde. Und obwohl ich nur ca. die Hälfte des Garns verwendet habe, hat das Tuch einen schöne Farbverlauf. Der Verlauf entsteht in diesem Garn dadurch, dass das Garn aus einzelnen Fäden besteht, die nicht miteinander verzwirnt sind, sondern nach bestimmten Abständen erst einer, dann zwei usw. der Fäden in der neuen Farbe angeknüpft wird, bis man ganz in der zweiten Farbe strickt. Dann geht das ganze mit der nächsten Farbe weiter.

Gestrickt habe ich das Tuch mit 4mm Nadeln. Das Tuch wird von oben nach unten gestrickt und das Muster ist leicht zu stricken und wirkt einfach toll. Die Anleitung war – wie immer bei Kate Davies – sehr gut nachvollziehbar und hat echt Spaß gemacht zu stricken. Ich bin schon am Überlegen, aus dem Rest des Garns für mich ein Northmavine Hap zu stricken. Da ist er wieder, der Egoismus. 😉

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