Strickhelfer

Wie das bei einem Hobby so ist, sammelt man über die Jahre kleine oder größere Helferlein, die zwar nicht essentiell, aber trotzdem schön und praktisch sind. Mein Mann fotografiert. Neben diversen Objektiven, hat er sich im laufe der Jahre Filter für die einzelnen Objektive, ein extra Blitzlicht, Stative, Reflektoren, extra Reinigungsmittel und natürlich eine gute Transporttasche angeschafft. Bei uns Stricker_innen fallen die vielen kleinen Helferlein nicht ganz so ins Auge, wie das neue große Objektiv oder die extra Lampe oder die Reflektoren.

Ich vergleiche es mal so: Das Objektiv, das sind unsere Stricknadeln. Man kann nie zuviele davon haben. Selbst von der gleichen Größe – meistens der Lieblingsstärke – haben wir gleich mehrere. Die sind aber nicht zwingend gleich. Ich habe bspw. gleich mehrere Nadeln in Größe 4mm, weil ich damit am liebsten Stricke. Ich habe Prym Kunststoff-Nadeln – die hab ich mir damals als erstes gekauft, als ich mit dem Stricken anfing. Mittlerweile habe ich auch eine KnitPro Symfonie in 4mm. Außerdem habe ich mir zu Weihnachten vor ein paar Jahren das Symfonie Rose Set von KnitPro mit austauschbaren Nadeln schenken lassen. Und ganz neu sind die 4mm Cubics-Nadelspitzen von KnitPro (über die berichte ich auch nochmal gesondert). Nadelspiele in der Größe habe ich natürlich auch. Warum, mag man nun fragen, braucht jemand so viele 4mm Nadeln? Nunja, das ist wie mit den Objektiven beim Fotografieren. Man braucht vielleicht nicht so viele, man kann sicher auch nur mit einem Paar auskommen, so wie man auch nur mit einem Objektiv auskommen kann, um gute Fotos zu machen. Aber die Auswahl macht es leichter. Ich habe bspw. die Holznadeln gekauft, weil ich mit Alpaka gestrickt habe und die Kunststoff-Nadeln einfach zu glatt für diese Art von Garn ist. Holz hat da mehr Grip. Und dann müssen wir ehrlich miteinander sein: Wer von uns Stricker_innen hat denn tatsächlich nur ein Projekt am Laufen?

Nadeln sind essentiell, was ist denn mit anderen Helferlein?

Ich habe von meinem Mann – dem besten übrigens schon allein wegen dem Geschenk – zu Weihnachten letztes Jahr gleich zwei tolle Garnschalen bekommen. Eine offene kleinere, die ich Zuhause jetzt immer zum Stricken benutze. Vorher hatte ich die Wollknäule zur Freude unserer Katzen immer so rumfliegen (was zu deutlichem Anstieg der Katzenhaare in den Strickstücken fürhrte) oder in so kleinen Baumwoll-Beuteln, die man oben zuziehen kann. Die sind super praktisch, vor allem, wenn man so wie ich viel mit dem Zug unterwegs war und zwischendrin die Zeit zum Stricken nutzen wollte.

Die Garnschale ist mein echter Liebling. Nicht nur sieht sie dekorativ aus, sie ist auch unheimlich praktisch. Der Faden lässt sich wunderbar durch den Kringel führen. Wenn ich mein Strickstück in der Schale lasse, stecke ich gern die Nadeln an der Seite in die beiden Löcher. Die sind aber auch sehr praktisch, wenn man mit mehreren Farben strickt, weil die Fäden sich dann nicht ganz so dolle verdrehen.

Oben ist ein kleines Schälchen, in dem ich mein Maßband liegen habe, so ist es schnell zur Hand. Man kann da aber auch super Maschenmarkierer unterbringen. Ich hab die in einem kleinen Beutelchen an die Blume gehängt. Und an der Seite hängt meine – ebenfalls neue – Handarbeitsschere.

Die Zweite Garnschale ist für mich sowas wie eine Projekt- oder Stash-Schale. Dort liegt Wolle, die demnächst oder für das aktuelle Projekt brauche schön zusammen und dekorativ verstaut. Der Deckel lässt sich hochheben. Theoretisch kann man auch daraus stricken, entweder mit offenem Deckel oder sogar durch den Türspalt und das Fenster. Mehrfarbiges Stricken ist hier also auch gut aufgehoben – zumal die Schale deutlich mehr Knäule fasst also die kleine Schale, in die ich ein, maximal zwei Knäule reinbekomme.

Beide Schalen sind von Keramik Fleury, wo es nicht nur Garnschalen, sondern auch andere nette handgemachte Keramiksachen gibt.

Ein weiteres Helferlein, das nicht im Stricker_innenhaushalt fehlen darf ist eine Handarbeitsschere. Bisher hatte ich eine alte Schere aus der Schule in einem kleinen Federmäppchen. Das ist praktisch, wenn man unterwegs ist. Zuhause musste ich dann bei jedem Fadenvernähen das Mäppchen Suchen und kramen. Für die Garnschale habe ich mir daher eine kurze Handarbeitsschere gegönnt. Sie ist recht kurz, damit sie nicht am Boden schleift. Ich wollte außerdem was schickes, weil es ja die ganze Zeit sichtbar ist und habe mir bei Dawanda eine Storchenschere gekauft. Die hatte ich schon länger im Blick, weil ich die einfach schön finde. Und ich finde, sie hängt da auch sehr schön und ist – wie das Maßband – sofort Griffbereit, wenn man sie braucht.

Noch ein Helferlein, die nicht zu unterschätzen sind, sind Maschenmarkierer. Ich stricke gerade an einem Lace-Tuch und habe mir nach jedem Rapport einen Markierer gesetzt, damit mir rechtzeitig auffällt, wenn ich irgendwo einen Fehler mache. Jetzt kann man einfach Restwolle nehmen und kleine Schlaufen knoten und benutzen, ich finde aber „richtige“ Markierer einfach schöner. Ich habe mir letzten ein Päckchen KnitPro Zooni bestellt. Hübche Kügelchen mit dünnem Draht, so dass sie auch bei dünnem Garn gut zwischen die Maschen passen. Eine Kugel ist dunkler, damit kann man gut den Rundenbeginn markieren. Die anderen 6 kann man dann nach belieben nutzen. (Auf dem Foto fehlen welche, weil die gerade in meinem Lacetuch die Mittelpartie markieren.). Praktisch sind die KnitPro Maschenmarkierer, die sich öffnen lassen. Die kann man dann nämlich auch zwischendrin mal versetzen, wenn nötig. Außerdem kann man damit eine Stelle im Gestrick markieren, von der aus man messen will. Bei Pullovern oder Socken sehr praktisch.

Apropos Socken: Etwas ganz neues, das ich noch gar nicht ausprobiert habe und daher noch nicht aus der praktischen Anwendung berichten kann sind Sockruler. Damit kann man den Fortschritt der gestrickten Socke besser messen – und das sowohl toe-up als auch cuff-down. Einfach in die Socke reinstecken und messen. Ich habe mir gleich das Set mit großem, mittleren und kleinem Sockruler gekauft, weil mein Mann sehr große Füße hat, ich eher kleine und der Bauchzwerg sicher auch die ein oder andere Socke bekommen wird. Ich werde berichten, wie ich damit zurecht komme.

So, ich glaube, das waren alle Helferlein, über die ich heute berichten wollte. Was sind eure liebsten Strickhelfer, ohne die ihr gar nicht mehr sein wollt?

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