Liebster Award

Die liebste pansysoulfood hat mich für den Liebster Award nominiert. Herzlichen Dank dafür! Hier also die Fragen und Antworten:

1.Wie bist du zum Bloggen gekommen?

Es war einmal vor langer, langer Zeit in meinem Studium, als das Bloggen irgendwie In wurde… Viele in meinem Freundeskreis bloggten. Die erste Plattform war, glaube ich, twoday.net (gibt’s das eigentlich noch?). Ich weiß gar nicht mehr, was ich eigentlich bloggte, es war damals eher Tagebuch und Sammelsorium für alles mögliche. Konzentrierter wurde es dann in der Zeit der Magisterabschlussarbeit. Und als ich anfing zu promovieren, war der Blog für mich eine Mischung aus Schreibwerkstatt-Schau für mich und andere und sozialer Austausch. Da ich mit Stipendium promoviert habe und die meiste Zeit allein Zuhause an meinem Schreibtisch saß, brauchte ich irgendein Ventil, irgendeine Art von sozialer Kommunikation während des Tages. Man kann halt nur so und soviel mit den Katzen besprechen. 😉 Als ich dann vor fünf ein halb Jahren zu den Stricknadeln griff und mehr oder weniger sofort hooked war, bekam der Blog die Kategorie Handarbeiten hinzu. Und damit lernte ich das Internet und der Bloggersphäre nochmal neu kennen.

2.Warum ein Strickblog?

Ich lese selbst sehr gern Strickblogs. Zu sehen, was andere Leute hergestellt haben, mit welchen Materialien sie gearbeitet haben, welche Wolle toll oder nicht so toll ist, welche Designs in welchen Farben wirklich gut aussehen. Das mag ich gern. Auch am Entstehungsprozess dabei zu sein, mit zu bekommen, wie ein Kleidungsstück entsteht, das ist toll. Oder auch Designer_innen über die Schulter zu schauen, wenn sie ein neues Strickstück entwerfen – ich finde das spannend. Und wenn ich an etwas arbeite, dann möchte ich das Wissen auch gern weiter geben. Ich hoffe auch, dass mehr Stricker_innen sich Gedanken darüber machen, woher ihre Wolle eigentlich kommt und bei mir vielleicht ein paar Hinweise bekommen, welche Wolle fair und tierfreundlich produziert wird, trotzdem toll und bezahlbar ist. Da gibt es, glaube ich, immer noch viele Vorurteile. Und natürlich bin ich meist auch etwas stolz darauf, was ich hergestellt habe. Ich glaube, jeder Mensch bekommt gern Komplimente für etwas, das ihm oder ihr am Herzen liegt – mir geht das nicht anders.

3.Spinnst du?

Jahaa!! Und das sogar auf verschiedene Arten und Weisen. Ein bisschen verrückt war ich ja schon immer (wer will schon normal sein?!) aber jetzt spinne ich auch mit der Handspindel und seit neuestem auch mit dem Spinnrad. Und ihr glaubt gar nicht, wie interessiert die Leute sind! In den letzten Wochen habe ich sicher dreimal auf Arbeit erzählen müssen wie Spinnen funktioniert und wie das eigentlich mit der Wolle funktioniert.

4.Was gefällt dir am Handarbeiten

Für mich sind Handarbeiten wie Stricken und Spinnen eine Art Meditation. Ich kann mich sehr darin verlieren. Das andere war vor allem zu Zeiten der Doktorarbeit, dass es schön war etwas fertig zu stellen. Man muss sich vorstellen, dass man jahrelang am Computer sitzt und nie wirklich fertig ist, alles ist ständig im Prozess. Das rührt manchmal ganz schön an den Nerven. Dann eine Socke fertig zu stricken und sagen zu können „Schau, das hab ich gerade hergestellt!“ das war für mich immer auch ein Ausgleich zu der Kopfarbeit am Schreibtisch, die irgendwie nie aufhören wollte und abstrakt war. Und mittlerweile ist nicht nur der Prozess toll und immernoch spannend, sondern ich trage die Strickstücke auch einfach gern. Es sind Einzelstücke und ich habe dieses Kleidungsstück hergestellt! Es mag nicht perfekt sein, aber es ist durch und durch meins. Und das bin ich! Mit dem Spinnen bekommt das nochmal eine ganz andere Dimension, wenn selbst der Faden von mir hergestellt wurde. Ich freu mich schon jetzt auf den ersten Pullover, bei dem ich das Garn selbst gesponnen habe!

5.Wie bekommst du die tollen Fotos zu deinen Beiträgen hin?

Vielen Dank erst einmal! Wenn ich etwas fertig gestrickt habe und es auf dem Blog und auch bei Ravelry zeigen möchte, dann spanne ich meinen Ehemann ein. Er fotografiert nicht nur als Hobby sehr gern, sondern mittlerweile auch beruflich gelegentlich. Für uns ist es eine win-win-Situation: Ich bekomme tolle Fotos von meinem persönlichen Fotografen und er kann seine neue Kamera-Linse, eine neue Einstellung oder Pose, die er sich ausgedacht hat, ausprobieren. Außerdem haben wir beide Spaß daran! Am Wochenende schöne Locations suchen und Fotos machen, danach noch schön Kaffeetrinken, das ist eine schöne Beschäftigung. Wobei ich sagen muss, dass ich mich erst daran gewöhnen musste, dass die Leute, die vorbeikommen doch immer ganz schön gaffen. Mittlerweile kann ich das gut ausblenden. Ich erinnere mich aber an das Shooting für den Ursula-Cardigan, bei dem direkt vor uns ein Cafè war und die Leute uns wirklich die komplette Zeit beobachten haben – das war unangenehm. Die meisten Posen sind zudem sehr sehr unbequem und sehen wahrscheinlich auch sehr lustig aus. Und natürlich werden auch verschiedene Posen ausprobiert, bis man das Foto hat, das man sich vorgestellt hat.

Die anderen Fotos, besonders die über Instagram, manche aber auch auf dem Blog, habe ich mit meiner Handy-Kamera geschossen, weil ich oft zu faul bin die gute Kamera rauszuholen.

6.Woran handarbeitest du gerade?

Ich hab gerade vier Sachen auf den Nadeln, das ist für mich sehr viel. Ein Pullover, der Robin von Helga Isager, und ein paar Socken, Lace and Cable Socks von Wendy D. Johnson, schlummern gerade ein bisschen, weil sie mit recht dünnen Nadeln gestrickt werden und ich zur Zeit irgendwie mehr auf dicke Nadeln und Faden stehe. Gerade stricke ich mit 5,5mm Nadeln an den Ärmeln für den Boreal von Kate Davies und ein Geburtstagsgeschenk ist fast fertig – wenn ich nicht an der Häkelbordüre verweifle… Häkeln kann ich nämlich so gut wie gar nicht.

Auf dem Spinnrad hab ich gerade einem Kammzug von Fairalpaka an. Der Kammzug ist neu im Sortiment und zunächst ein Probelauf. Dazu gibt es dann auf jeden Fall ein Review hier.

7.Was hörst oder schaust du beim Stricken?

Ich liebe Netflix! Meist läuft irgendwas, was ich schon gut kenne: Doctor Who, ein Jane-Austen-Film, Twilight, Harry Potter…  Es gibt aber auch Zeiten wo ich lieber nebenbei ein Hörbuch über die Anlage laufen lasse: Auch hier Harry Potter oder was gerade so in meiner Audible Bibliothek rumschwirrt. Oder es läuft eine Akustik-Playlist von Spotify. Im Zug (ich pendele auf Arbeit) hab ich meist Musik auf den Ohren: Zur Zeit Hozier, Ed Sherran, Ben Howard, The Staves und natürlich Bobby Long. Manchmal auch ein Hörbuch: Zur Zeit höre ich „Death by Cashmere“ von Sally Goldenbaum, ein englischsprachiger Krimi, der von einer Gruppe von Strickerinnen in einem kleinen Örtchen in Neuengland handelt. Yeah, I’m that of a nerd!

8.Welches Buch liegt auf deinem Nachttisch?

Auf meinem Nachttisch liegt zur Zeit: Mein Handy. Ich hab tatsächlich gerade kein „richtiges“ Buch, das ich lese. Meistens falle ich direkt ins Bett und schlafe ein. Manchmal stöbere ich noch ein bisschen in irgendwelchen Büchern in meiner Google Play Book oder Kindle App oder schaue noch ein paar Minuten in einen Craftsy Kurs rein. Wenn ich nicht einschlafen kann, gibt es Harry Potter auf die Ohren – das klappt bei mir eigentlich immer, um schnell einzuschlafen.

Und nun bin ich dran zu nominieren: Wollstash!

  1. Wie bist du zum Stricken, Spinnen, Färben gekommen?
  2. Was ist gerade in den Töpfen, auf den Nadeln und auf der Spindel bzw. dem Spinnrad?
  3. Lieber Spindel oder lieber Spinnrad?
  4. Lieblingsfarbe?
  5. Liebste Farbkombination?
  6. Von welcher/m Designer_in hast du bisher das meiste nachgestrickt?
Veröffentlicht in: dings

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