Die verstrickte Dienstagsfrage

Es ist Dienstag, ich hab Urlaub, also her mit der verstrickten Dienstagsfrage!

Das Wollschaf fragt heute:

Jede Masche in Reih’ und Glied oder einfach mal Fünfe gerade sein lassen – wie perfektionistisch bist Du bei Deinen Stricksachen?

Bist Du absolut penibel oder erlaubst Du Dir auch mal kleine Schlampigkeiten?

Prinzipiell bin ich eher der Typ, der alles ordentlich und richtig haben will – nicht nur beim Stricken. In den letzten Jahren bin ich da wesentlich entspannter geworden. Perfekt bekommt man doch nie etwas hin, und dann ist die Enttäuschung groß. Wenn wir ganz ehrlich sind, beim Stricken fällt es gar nicht auf, wenn man irgendwo noch ne Masche zuviel oder zuwenig übrig hat. Wer stellt sich denn hin und zählt die Maschen an einem Pullover?

Ein Hinweis, den ich letztens in „Liebe auf den Ersten Stich“ von Tilly Walnes gelesen habe, war sinnbildlich: Wir stressen uns, wenn wir selbst durch Handarbeit etwas herstellen, weil wir zu perfektionistisch herangehen. Wenn man sich bspw. die Kleidung aus den Geschäften anschaut – und es müssen nicht nur die günstigen Marken sein – dann sieht man da beim ganz genauen Hinsehen auch Ungenauigkeiten, versetzte Muster, unsaubere Nähte etc. Da stört uns das weniger, obwohl wir viel Geld ausgeben für etwas professionell hergestelltes. Wenn wir Laien aber an der Nähmaschine oder den Stricknadeln sitzen, dann muss alles perfekt sein, obwohl wir dies nicht als Profession betreiben.

Ist schon ein bisschen schräg oder, dass wir den Standard bei uns höher ansetzen als bei professionell hergestellten Sachen. Das soll ja nicht heißen, dass man sich nicht Mühe gibt, um alles möglichst sauber und ordentlich hinzubekommen. Aber perfekt muss Handarbeit nun wirklich nicht sein.

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