Belohnung: tolle Wolle und Tunesisches Häkeln

In meinem letzten Post habe ich vom Fortschritt meiner Doktorarbeit berichtet. Das Hauptkapitel steht in Rohfassung. Eigentlich ein Zeitpunkt, wo man sich auch mal belohnen darf und vielleicht auch sollte. Daran hab ich irgendwie überhaupt nicht gedacht, obwohl das doch eigentlich schon ein Meilenstein auf dem Weg zur Abgabe ist. Der Göttergatte hat mich gestern dann auf eine Idee gebracht. Wir schlenderten über den Hessentag und schauten uns, während wir uns den Magen voll schlugen, die Stände an. Wir sind sonst keine Hessentag-Geher, aber wenn es schon in der Wahlheimat stattfindet, muss man sich doch wenigstens einmal in die Menschenmassen gestürzt haben. Jedenfalls gibt es ganz hinten, schön versteckt einen Stand mit Wolle. Und was für Wolle! Den halben Heimweg habe ich von der Farbenpracht geschwärmt. Und der Göttergatte fragte dann irgendwann: Warum hast du dir eigentlich keine Wolle gekauft? Ja, warum eigentlich nicht? Zu teuer, war meine spontane Antwort. Aber eigentlich hab ich mir einen Strang Luxuswolle verdient. Nach ein bisschen grübeln und recherchieren (woher diese tolle Wolle eigentlich kommt), bin ich heute in der Mittagspause noch mal los gezogen.

10 Euro für 100g ist eigentlich weit über meiner Schmerzgrenze, aber die Wolle (Naturwolle Michels) ist so schön und als Belohnung hab ich mir einen Strang gegönnt. Der Stand wird übrigens von Hanne Zimmermann von Tolle Wolle bestückt und ich habe ein sehr nettes Gespräch mit der Verkäuferin dort gehabt über Herkunft und Machart der Wolle, Nadelstärken etc. Außerdem habe ich gleich noch eine passende Tunesische Häkelnadel gekauft (2 Euro aus Holz, Nadelstärke 10). Die Verkäuferin war zwar überrascht, dass ich die Wolle tunesisch häkeln will, fand es aber glaube ich irgendwie auch sympathisch.

Häkeln kann ich ja ganz schlecht. Bzw., ich bin so ungeduldig, dass es auch nicht besser werden kann. Irgendwo bin ich dann auf Tunesisches Häkeln gestoßen und fand das Aussehen – es wirkt fast wie gewebt – richtig richtig schön. Ein bisschen mit einer normalen Häkelnadel rumprobiert, habe ich festgestellt, dass ich mich mit tunesischem Häkeln viel leichter tue.

tunesische Häkelnadel

Im Idee. Creativmarkt hab ich mir dann noch fix das Buch Tunesisches Häkeln neu entdeckt von Cendrine Armani gekauft. Gestern beim Stöbern im Internet hab ich fest gestellt, dass es recht wenige Bücher zum Tunesischen Häkeln auf deutsch gibt. Die große Häkelschule von Heidi Fuchs & Maria Natter, die selten genutzt bei mir im Bücherregal steht, erklärt zwar auch einige Tunesische Häkelstiche, aber richtige Anleitungen sind mir doch immer etwas lieber.

Tatsächlich häkele ich aber gar nichts aus dem Buch, weil ich mir schon was eigenes in den Kopf gesetzt habe. Aber beim Lesen ist mir z.B. klar geworden, dass man zum Schluss bei Schals etc. offensichtlich nochmal rundherum eine Reihe fester Maschen häkeln sollte.

Was mache ich nun mit dieser tollen Wolle? Es wird ein Cowl im einfachen tunesischen Häkelstich. Ich stell mir vor, dass ich die beiden Enden überlappend mit zwei oder drei Knöpfen verbinde. Die verschiedenen Farben werden mit dieser tollen Technik wirklich schön herauskommen, denke ich mir. Und da ich diese Woche zwei Mal ziemlich lang mit dem Zug unterwegs bin, werde ich vielleicht auch ein gutes Stück voran kommen.

Tunesischer Cowl

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