Kreadonnerstag

Normalerweise ist ja der Sonntag mein Kreativtag, an dem die Nähmaschine rausgeholt wird (stricken tu ich ja eigentlich immer). Heute habe ich mal eine Ausnahme gemacht und mir einen Tag frei genommen vom dissertieren. Hier also mein sehr kreativer Donnerstag auf allen Ebenen.

Ich wollte endlich mal unsere Ikea-Gutscheine verprassen, die wir letztes Jahr eingesammelt haben. Außerdem habe ich durch die Ikea-Family Card einen Geburtstagsgutschein von Ikea für ein Stück Schokokuchen erhalten, und den wollte ich mir ja nun auch nicht entgehen lassen. Nachdem ich also durch den Rundgang geschlendert bin (Ja, das ist auch ein Vorteil, wenn man mit Stipendium promoviert, man kann dann ins Ikea fahren, wenn alle anderen arbeiten!) und mir viele Sachen angeschaut habe (vor allem Kissen! Kissenstoffe! Kissen! Decken!), hab ich mich mit meinem Schokokuchen gestärkt. Man soll ja nicht hungrig einkaufen gehen. Und tatsächlich hab ich nur 1 Item gekauft, das nicht auf meinem Einkaufszettel stand. Servietten. Die waren so schön und auch nicht teurer als bei unserem Edeka. Jedenfalls haben wir jetzt tatsächlich in allen Zimmern auch Lampen hängen, die hab ich nämlich gekauft, und nicht nur naksche Glühbirnen. Außerdem gibt es demnächst mehr Fotos im Wohnzimmer, weil ich auch endlich mal neue Rahmen gekauft habe. Vor allem wollte ich aber die Gleiter für die Gardinen haben, damit ich unsere neuen Wohnzimmergardinen aufhängen kann, die schon seit einer Woche frisch gewaschen ruliegen. Die Rechnung belief sich dann letztendlich nach Einsatz der Gutscheine auf 0,20€, und ich hab mich gefreut wie Bolle.

Und damit kommen wir auch zum nicht nur konsumierenden, sondern selbst gestaltenden Kreativteil meines Tages. Eigentlich wollte ich nämlich die neuen Gardinen heute auch gleich kürzen, musste dann aber feststellen, dass die Länge so eigentlich vollkommen in Ordnung ist.

neue Gardinen

Was tun mit der gewonnen Zeit? Arbeiten? Och nö. Irgendwas muss sich doch nähen lassen! Gesagt getan, ist dann aus dem Cecilia-Stoff, von dem ich immernoch Rest über habe, ein Kissenbezug für meinen Arbeitszimmerstuhl geworden.

Kissenbezug

Noch kreativer ging es dann zu. Der Göttergatte wollte schon vor Monaten ein Hemd wegwerfen, dass an einigen Stellen einfach schon total abgenutzt aussah, vor allem am Kragen. Ich fand das Hemd aber gut genug um mal wieder an der Nähmaschine was auszuprobieren und habe nach dem Rezept von Paperdaisies ein Longshirt für mich genäht.

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Man nehme also ein olles Hemd, knöpfe es zu, drehe es auf links und breite es auf einem Tisch aus. Schön glatt streichen. Dann ein  Shirt drauflegen, das einem gut passt, und mit Malerkreide oder direkt mit den Nadeln die Umrisse auf dem ollen Hemd abzeichnen. Dabei die Ärmelnaht übertragen!

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Mit den Nadeln beide Stofflagen zusammenstecken. Das passende Shirt dabei aber nicht mit feststecken!

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Dann die Seitennähte nähen. Aber nicht die Ärmellöcher zunähen!

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Dann mit einem guten Abstand zur Naht an den Seiten und zu den Abstecknadeln bei den Ärmeln den Stoff abschneiden. (Ich nehm immer zwei Finger und merke, dass das aber eigentlich schon fast zuviel ist.)

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Die Schnittkanten an den Seiten mit Zickzack-Stich versäubern. Ich hab auch die Ärmel einfach nur versäubert, weil ich nicht wie im Originalrezept Ärmel machen wollte.

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Da mein neues Shirt etwas eng geworden ist, brauchte ich auch nicht nochmal abstehenden Stoff enger machen, dafür hab ich aber Zwischendrin entschieden, das Shirt lang zu lassen, und hab daher die Seitennähte bis zum unteren Rand und etwas breiter auslaufen lassen. Außerdem wollte ich den nicht mehr schönen Kragen loswerden. Irgendwo hatte ich letzte Woche im Internet was gesehen, dass man einfach den umgeschlagenen Kragen abmachen könnte und den kleinen Kragen als eine Art Stehkragen stehen lassen konnte. Ich finds leider nicht mehr wieder und habs daher einfach mal so probiert. Dabei ist mir dieses kleine Messerchen aus dem Nähset mal wieder zur Seite gesprungen. Man muss nämlich nur zwischen die zwei Stoffe damit gehen und vorsichtig die Naht schneiden.

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Dann über die vorhandene Naht drübernähen. Fertig!

Longshirt aus Männerhemnd

Und was ich aus diesem alten Jeanshemd des Göttergatten mache, zeige ich euch in ein paar Wochen. 😀

altes Jeanshemd

0 Gedanken zu „Kreadonnerstag

  1. anita sagt:

    hallo,

    habe gerade gesehen, dass du die W6 nähmaschine hast. bist du zufrieden mit der nähmaschine? habe sie auch auf amazon gesehen und überlege mir diese auch zu kaufen.

    liebe grüße
    anita 🙂

  2. Poppy sagt:

    Hallo Anita!

    Ich bin sehr zufrieden mit der Maschine. Ich habe die W6 1615, also das Einsteigermodell aus der Reihe, vor etwas über einem Jahr bei Amazon bestellt. Das schöne an der Maschine ist, dass sie so ziemlich alles kann, was man als AnfängerIn braucht. Die Bedienungsanleitung ist sehr hilfreich, wobei mir es gereicht hat da einmal reinzuschauen, Fadenführung etc. erklären sich von selbst. Warum ich mich auch für diese Maschine entscheiden habe ist, dass man den Freiarm-Anschiebetisch abnehmen kann, so kann man z.B. Hosenbeine viel angenehmer kürzen. Das gute Stück funktioniert auch bei dickeren Stoffen wie eben z.B. Jeanshosen sehr zuverlässig.

    Ich habe noch nicht alle Stiche ausprobiert, weil ich erstmal lernen musste welcher Stich für was eigentlich geeignet ist: ich bin absolute Anfängerin. Die Stichauswahl reicht mir aber vollkommen. Wenn man irgendwann „Profi“ ist, kauft man sich wahrscheinlich eh noch eine Overlock dazu ;).

    Die Maschine ist auch gut wegzupacken, weil sie einen Tragegriff und eine Schutzhülle hat. Bei mir steht sie im Schlafzimmer in einer Ecke, ich kann sie also jederzeit schnell aufbauen und loslegen, vom Gewicht her geht das auch wunderbar.

    Ich kann die Maschine für AnfängerInnen wirklich empfehlen! Vom Preis-Leistungsverhältnis ist sie, finde ich, unschlagbar.

    Grüße, Poppy

    • anita sagt:

      hey poppy,

      das hört sich ja sehr gut an!!!!! bin auch die totale anfängerin und möchte vorhänge, polsterbezüge und für meine kleine maus sachen nähen.

      mir würd die maschine auch gefallen, weil man dicken jeansstoff auch damit nähen kann (lt. verkaufsvideo, aber da frag ich doch mal lieber jemanden der die maschine benutzt und nicht verkauft ;)). hat du zum jeanskürzen noch spezielle nadeln gekauft oder sind die schon beim zubehör dabei?

      LG
      anita 🙂

      • Poppy sagt:

        Hi Anita!

        Ganz so weich („wie Butter“) wie das im Video gesagt wird geht die Maschine nicht über sehr dicken Stoff. Bei auch dicken Jeanshosen hatte ich aber bisher nie Probleme. An den kritischen Stellen beim Umschlagnähen, wo die Seitennähte aufeinandertreffen und die Stofflagen sehr dicke sind, nähe ich immer etwas langsamer, aber bisher ist mir da noch keine Nadel kaputt gegangen oder auch nur der Faden gerissen. Das ist also auf jeden Fall mit der Maschine machbar. Ich benutze die mitgelieferten Nadeln, die gehen wunderbar. Ich hatte mir damals auch ein kleines Nähkästchen gekauft mit verschieden farbigen Fäden, Schneiderschere etc., da sind auch Nadeln dabei, bisher brauchte ich aber davon noch keine.
        Wo mir mal eine Nadel kaputt gegangen ist, war bei mehreren sehr dicken Lagen füt Vorhänge (ich war zu faul das Stück abzuschneiden und hab es daher nur mehrmals umgeschlagen). Das war aber auch extrem dick. Da hätte ich wohl ne Industrienähmaschine benötigt. 😉 Bei ’normale‘ Stofflagen (dicke Jeanshosen einmal umschlagen) zuverlässig und ohne Probleme.

        Zu Beginn habe ich alle Stiche mal ausprobiert und auch mit der Fadenstärke herumexperimentiert. Standardmäßig ist bei mir die Fadenspannung auf 3 eingestellt. Ich habe aber jetzt auch mal ein Garn gehabt, wo ich wieder ein bisschen ausprobieren musste. Wenn der Faden also mal reißen sollte ist das meist über die Fadenspannung gut zu regulieren.

        Am Anfang würde ich erstmal bei Baumwollstoffen bleiben. ich hab mal eine Decke für meinen Neffen genäht und der Jerseystoff hat sich beim Nähen ziemlich verzogen (http://doktorandin2011.wordpress.com/2012/03/06/fertiggenaht-babydecke/). Das ist für den Anfang vielleicht ein bisschen viel gewesen, weil ich von Stoffarten so gar keine Ahnung hatte.

        Viele Grüße, Poppy

  3. anita sagt:

    hey poppy,

    o.k. – im video siehts ja wirklich easypeasy aus wie die nähmaschine da über die jeansbünde fetzt. aber in einem gemächlicheren tempo ist das auch machbar – sehr gut. hab da nämlich mit mamas alter husqarna ein paar nadeln gekillt.

    vielen lieben dank für deine ausführlichen infos – werd mir jetzt auch die W6 zulegen und meine nähkarriere mit dieser maschine starten. *haha*

    danke auch für den super link – die krabbeldecke ist ja herzallerliebst. die ist ja sowos von mein fall!!!!!!!

    lg,
    anita 🙂

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