Ein Jahr Promovieren mit Stipendium – Rückblick und Ausblick

Das erste Jahr als Vollzeit-Doktorandin ist vorbei. Zeit eine kleine Rückschau zu machen.


Als Vorbemerkung muss man sagen, dass damit ja nicht mein erstes Jahr mit der Promotion vorbei ist, tatsächlich habe ich ja schon im Jahr 2009 mit der Entscheidung überhaupt zu promovieren, der Themenfindung und den ersten Vorüberlegungen begonnen. Immer nebenbei aber immer mit Blick darauf das irgendwann und irgendwie auch mal „hauptberuflich“ zu machen. 2010 habe ich mich dann offiziell an meiner Uni als Doktorandin angemeldet und meine Bewerbung um ein Promotionsstipendium bei einer der großen Stiftungen verschickt. Nach einem monatelangen Marathon mit Gutachtengesprächen und Zittern habe ich dann die Zusage erhalten und so ein großer Stein ist mir tatsächlich noch nie von den Schultern gefallen. Die Perspektive, 3 Jahre konzentriert an meinem Projekt arbeiten zu dürfen als Hauptaufgabe, nicht nebenbei und ohne zu bangen wie es das nächste Jahr weiter geht – das ist was Wunderbares! Dementsprechend bin ich am 01.01.2011 mit diesem High gleich in die Vollen gegangen und habe meine Zeit als Vollzeit-Doktorandin begonnen.

Das erste Jahr war geprägt von der Datenerhebung. Wie komme ich an meine Interviewpartner? Wie gestalte ich die Interviews? Was für Daten brauche ich noch? Das hat mich ziemlich umgetrieben. Die ersten Interviewpartner waren schnell gefunden, dann stockte es leider etwas und ich bangte, nur einen Teil meiner geplanten Untersuchung machen zu können. Doch mit einigem Einsatz ist es mir gelungen auch in der zweiten Untersuchungsstadt Menschen für ein Interview zu gewinnen. Und das war dann auch der Hauptteil: Interviews führen. Nachdem ich anfänglich etwas ängstlich war, ob ich das auch kann, liefen die Interviews aber alle recht gut und machten oft auch richtig Spaß. Die Idee, irgendwann auch mal biographische Interviews zu führen, hat sich seitdem bei mir festgesetzt und damit eigentlich auch der Wunsch auch nach der Promotion wissenschaftliche Projekte zu machen – wir werden sehen, ob sich der Wunsch dann auch im zweiten Jahr der Promotion hält. 😉

Die Interviews mussten natürlich auch zumindest schonmal zum Teil transkribiert werden. Und ich muss ehrlich sagen: Das macht mir am wenigsten Spaß! Aber es gehört dazu, wenn man nicht gerade eigene kleine Hiwi-Sklaven hat und/oder die finanzielle Möglichkeit extern transkribieren zu lassen. Da ich aber mittlerweile eine Auswertungsmethode gefunden habe und diese auch zulässt nur Teile der Interviews zu transkribieren, bin ich guter Hoffnung, dass sich das Transkribieren im nächsten Jahr nicht als meine Hauptaufgabe herausstellt.

Mit den ersten transkribierten Interviews bin ich dann auch schon in die Auswertung gestiegen. Das erste Interview ist fast komplett interpretiert, ab 02.01.2012 geht es damit auch weiter. Damit liege ich in meinem persönlichen Zeitplan sehr gut und mache mir da eigentlich erstmal keine Sorgen.

Außerdem kommen im nächsten Jahr haufenweise Termine auf mich zu, wo ich mein Projekt vorstellen darf. Eine Menge Arbeit, aber ich freue mich drauf. Ich bin mir sicher, dass auch im Jahr 2012 viele Ups und Downs auf mich warten, ich mit einigen Problemen werde zu kämpfen haben, aber letztlich weiß ich, dass ich genau da bin wo ich sein will und diese Probleme eben auch dazu gehören.

Wer mich gut kennt weiß, dass ich dieses zum-neuen-Jahr-etwas-Vornehmen-Zeugs nicht mag. Deswegen gibt es das hier auch nicht. Ich mache was ich machen, wann und wie ich es mache. Und ich bin einfach nur gespannt darauf, was das Jahr 2012 für mich bereit hält.

Veröffentlicht in: dings

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